Bundesratsinitiative geplant: Kartenzahlungsoption soll Pflicht werden

Die Berliner Koalition plant eine Bundesratsinitiative gegen reine Barzahlung in Handel und Gastronomie.
CDU und SPD in Berlin wollen erreichen, dass Kunden in Geschäften und Lokalen neben Bargeld grundsätzlich auch digital oder per Karte zahlen können. Laut den Koalitionsspitzen soll die Initiative bei einer Klausur im April vorangebracht werden. Ziel sei es, die Wahlfreiheit im Zahlungsverkehr zu stärken und Zahlungsströme transparenter zu machen.
Die Initiative soll Druck auf den Bund ausüben, weil auf Bundesebene zwar eine schrittweise Pflicht zu Bargeld und mindestens einer digitalen Zahlungsoption vereinbart wurde, bisher aber keine konkrete Umsetzung erfolgt ist.
Als mögliche Rechtsgrundlagen gelten laut Bericht des „Tagesspiegel“ Änderungen im Bürgerlichen Gesetzbuch oder in der Gewerbeordnung.
Kartenzahlungspflicht in Berlin: Ziele, Ausnahmen und Kritik
Aus Sicht der Berliner Koalition könnte eine solche Regelung auch helfen, Steuerhinterziehung in bargeldintensiven Branchen einzudämmen. Nach Angaben der Berliner Finanzverwaltung gibt es in der Stadt 80.300 Bargeldbetriebe. 2024 fand demnach nur bei 1,2 Prozent dieser Betriebe eine Kassennachschau statt.
Wichtige Punkte im Überblick:
- Ausnahmen sind laut Berliner Koalition bei fehlender technischer Infrastruktur oder in Härtefällen für Kleinstunternehmen vorgesehen.
- Eine Abschaffung von Bargeld ist laut CDU nicht beabsichtigt.
- Branchenverbände verweisen auf zusätzliche Kosten und Probleme bei kleinen Beträgen.
- Umfragen sehen eine hohe Erwartung der Kunden an Kartenzahlung.
Der Dehoga lehnt eine gesetzliche Pflicht als Eingriff in die unternehmerische Freiheit ab und verweist auf Gebühren sowie wirtschaftliche Belastungen kleiner Betriebe. Zugleich nennen Befürworter mehr Kundenfreundlichkeit und höhere Transparenz als Gründe.
Meiner Meinung nach treiben am Ende vor allem die Kunden den Wandel voran. Geschäfte und gastronomische Einrichtungen, die keine Kartenzahlung anbieten, werden daher auf lange Sicht vermutlich ohnehin den Kürzeren ziehen.
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Dass der Dehoga die Regelung ablehnt ist klar. Mit „wirtschaftliche Belastungen“ meinen die wohl „ehrliche Buchführung“. Mit dem richtigen Anbieter sind die Gebühren von um die 1% sind zu vernachlässigen. Wer das als Unternehmer nicht mit in seine Kalkulation einbringen kann, macht schon an ganz anderen Stellen Fehler. Von den Kosten für das Bargeldhandling spricht der Dehoga seltsamerweise nie.
Traurig, aber sehr wahr. Es gibt keine andere plausible Begründung.
Warum auch, die Kosten fallen durch die Kartenzahlung ja nicht weg.
Jein. Es macht schon einen Unterschied, ob ich als Unternehmer täglich oder nur 2-3 in der Woche Bargeld abholen oder entsorgen muss. Es sind ja nicht nur die Gebühren, sondern auch die (Arbeits-)Zeit. Da es immer weniger Banken mit Kassen und/oder Einzahlautomaten gibt, werden auch die Wege dorthin länger und damit die Zeit, die ich brauche um das Bargeld los zu werden oder neues zu besorgen. Bei einem niedrig angesetzten Unternehmerlohn von 30 €/Stunde und einem Aufwand von 15 Minuten kostet mich das 7,50 € + Bankgebühren + Kraftstoff. Noch nicht eingerechnet habe ich den Aufwand für das Zählen des Kassenbesandes und das Erstellen der Kassenprotokolle. Habe ich weniger Bargeld in der Kasse, brauche ich weniger Zeit für die Abrechnung. Hinzu kommen die gesparten Kosten für Diebstahl und falsches Herausgeben.
Ich glaube vergessen hast du nur die Hartgeldversorgung, die ist natürlich auch von dem Anteil der Barzahlungen abhängig.
Ich weiß nicht was die Dehoga damit erreichen will. Wenn ich auf einem kleinen Markt in einem anderen europäischen Land bin, kann ich ohne Probleme mit Karte zahlen ohne Mindestwert.
Was ist schlimm daran, beides einfach anzubieten. Ich verstehe auch immer nicht, warum nicht mal über die Kosten des Bargelds (Transport, Verwahrung, Versicherungen) gesprochen wird. Oder ist das umsonst?
Nee, aber die Kosten fallen durch die Kartenzahlung ja nicht weg. Insbesondere wenn du forderst, dass dann beides angeboten werden soll.