Dating per Staatsauftrag: Singapur geht einen ungewöhnlichen Weg
Singapur testet mit „FirstDate“ eine staatliche Dating-App, die langfristig auch gegen die sinkende Geburtenrate helfen soll.
Die Anwendung ist Ende September 2026 in einer Pilotphase gestartet. Zunächst dürfen ausschließlich Staatsbedienstete zwischen 21 und 35 Jahren teilnehmen. Damit ist FirstDate vorerst kein öffentlich zugänglicher Konkurrent für Tinder und andere etablierte Dating-Plattformen.
Hinter dem Projekt steht ein gesellschaftliches Problem: Singapur kämpft mit niedrigen Geburtenzahlen. Die Regierung des Stadtstaates mit rund sechs Millionen Einwohnern möchte deshalb neue Wege ausprobieren, um langfristige Partnerschaften zu fördern.
FirstDate setzt bei der Partnersuche auf einen Algorithmus
Anders als klassische Dating-Apps soll FirstDate nicht vor allem auf schnelles Durchsehen zahlreicher Profile setzen. Stattdessen beginnt die Partnersuche mit einem ausführlichen Fragebogen, der persönliche Eigenschaften und Gewohnheiten erfasst.
Unter anderem werden folgende Aspekte abgefragt:
- Wie sportlich ist der Nutzer im Alltag?
- Lebt er eher ordentlich oder chaotisch?
- Wie entspannt er sich nach einer anstrengenden Arbeitswoche?
Die Angaben sollen laut Handelsblatt einem Matching-Algorithmus helfen, passende Partner zu finden. Das Konzept orientiert sich an wissenschaftlichen Verfahren zur Zuordnung von Menschen, für deren theoretische Grundlagen bereits ein Wirtschaftsnobelpreis vergeben wurde.
Dauerhafte Beziehung als Ziel
Während kommerzielle Dating-Plattformen ihre Nutzer möglichst regelmäßig zur App zurückholen möchten, verfolgt Singapur mit FirstDate ein anderes Ziel. Die Anwendung soll Menschen zusammenbringen, die möglicherweise eine dauerhafte Beziehung eingehen.
Ob das tatsächlich funktioniert, ist noch offen. Die beschränkte Pilotphase liefert zunächst keine belastbaren Aussagen darüber, ob sich dadurch mehr Partnerschaften oder sogar Familiengründungen ergeben.
Interessant ist der Ansatz trotzdem. Singapur behandelt die Partnersuche damit nicht nur als private Angelegenheit, sondern zunehmend auch als gesellschaftspolitische Aufgabe. Eine Dating-App allein dürfte dem demografischen Wandel allerdings kaum etwas entgegensetzen können.
mobiFlip bei Google bevorzugen – unsere Beiträge öfter sehen Quelle wählen ↗
-->












> Stattdessen beginnt die Partnersuche mit einem ausführlichen Fragebogen, der persönliche Eigenschaften und Gewohnheiten erfasst.
Nicht wirklich „ungewöhnlich”. So hat beispielsweise Parship vor Jahren schon funktioniert.
> Anders als klassische Dating-Apps
Siehe oben. Fürs Protokoll: Tinder, das nicht so funktioniert, ist eher keine „klassische Dating-App”. ;-)
Parship ist doch aber eher die Ausnahme, die meisten Dating-Apps funktionieren anders.
Ja und Nein, würde ich sagen. So ausführlich und wissenschaftlich fundiert wie ParShip macht das vermutlich kaum ein Konkurrent, maximal vielleicht ElitePartner, aber z.B. Finya geht auch über einen etwas ausführlicheren Fragebogen. In wie weit diese Daten allerdings zum automatisierten Matchmaking nutzt, ist eine andere Sache.