Die Huawei Watch im Alltag

Huawei Watch

Innerhalb der letzten Tage und Wochen sind abgesehen von der Huawei Watch direkt noch zwei runde Smartwatches mit Android Wear in den Handel gelangt. Die neue Fossil ist ebenso wie auch die TAG Heuer seit kurzem im Handel erhältlich. Alle drei verfolgen das Ziel durch hochwertige Verarbeitung und mit rundem Display die Blicke auf sich zu ziehen. Die Huawei Watch ist dabei abgesehen von der TAG Heuer die teuerste Android-Wear-Smartwatch. Ich habe sie nun für ein paar Tage getragen und möchte im folgenden Artikel ein paar Eindrücke zur Huawei Watch schildern.

Die technischen Details der Huawei Watch sind im Grunde fast wie bei jeder anderen Android Wear Uhr auch. Lediglich das 1,4 Zoll AMOLED Display sticht mit seinen 400×400 Pixeln (286 ppi) hervor. Verglichen mit der ZenWatch2 oder der LG G Watch R macht das dann doch einiges aus. Das Display leuchtet gestochen scharf und ist brilliant – auch ganz ohne Lupe. :) Abgesehen davon verbaut Huawei Saphirglas und nicht wie sonst üblich Gorilla Glass.

Die Uhr ist in verschiedenen Ausführungen erhältlich. Einmal ist der Korpus silbern und einmal matt schwarz erhältlich. Ganz neu ist wohl auch eine goldene Version verfügbar. Jeweils dazu passend gibt es dann noch Metall- oder Lederarmbänder. Das Lederband verfügt über einen Schnellverschluss, um das Armband zügig wechseln zu können.

Auch der Schließmechanismus ist der, wie wir ihn von normalen Uhren kennen. Kein dicker Metallklumpen oder dergleichen. Hier hat Huawei alles richtig gemacht. Wer das Armband wechseln möchte, muss sich ein Band mit 18mm Stegbreite kaufen. Idealerweise sollte das Band nach dem Steg auf 20mm zulaufen, sonst wirkt es eventuell etwas dünn.

Meine schwarze Active-Version der Huawei Watch mit Lederarmband schlug beispielsweise mit 449,- EUR zu Buche. Das ist definitiv eine Hausnummer. Wer nicht unbedingt schon mit einem Auge auf die Zukunft von Android Wear schielt, ist ohne den verbauten Lautsprecher mit der LG G Watch R oder der Moto 360 (2) auf jeden Fall günstiger dran.

Geladen wird die Huawei Watch über eine kleine Dockingplatte mit vier goldenen Pins, welche sich, nicht immer perfekt, magnetisch an die Uhr heften. Einfach auflegen geht nicht – man muss irgendwie immer schauen, ob die Uhr auch tatsächlich lädt.

Huawei Watch Lieferumfang

Was auf jeden Fall extra erwähnenswert ist, ist die Verarbeitung und auch das Thema Verpackung der Uhr. Hier sieht man direkt, dass sich der Hersteller von den Mitbewerbern abheben möchte und es ist schon ein kleines Erlebnis, die Uhr aus der noblen Verpackung herauszupulen.

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Zur Hardware selbst kann ich im Grunde bis auf zwei Punkte nichts Negatives berichten. Das Armband ist auch nach einigen Wochen der Nutzung noch anschmiegsam, bisher habe ich auch keinerlei Kratzer auf dem Display oder dem (schwarzen) Gehäuse feststellen können. Das Display ist super hell (mir genügt max. die Helligkeitsstufe 2) und der Akku hält auch auf jeden Fall einen Tag durch und würde vermutlich noch den halben nächsten Tag durchstehen.

Tipp: Wer das Display auf Android Wear Uhren für kurze Zeit auf volle Helligkeit schalten möchte, drückt 3mal hintereinander auf die Krone. Nach 5 Sekunden schaltet die Uhr dann wieder zurück auf die voreingestellte Helligkeit. Zweimaliges drücken hintereinander auf die Krone nutze ich beispielsweise Nachts. Damit werden keine Benachrichtigungen mehr auf die Uhr übertragen.

Abgesehen von der Ladestation gibt es im Grunde bisher nur noch den Schrittzähler zu erwähnen. Ich habe nun schon einige Smartwatches durchgetestet und bin mir meiner täglich zurückgelegten Schritte im Durchschnitt auch bewusst. Die Hauwei Watch macht aus meinen 3500 Schritten aber maximal 2500 Schritte. Das ist also nicht mal eben einfach so 10-20 Schritte mehr oder weniger, sondern direkt mal 1000 Schritte über den Tag verteilt, welche der Stepcounter der Uhr abzweigt.

Ich habe das auch mit mehreren anderen Android Wear Uhren und auch mit der von mir getesteten Intel Basis Peak verglichen. Selbst innerhalb der Uhr waren die Schritte nicht annähernd gleich wie das folgende Foto beweißt.

Huawei Watch Intel Basis Peak Schrittzähler

Mit dem vor kurzem ausgerollten Update (LCB43B) soll dieser Fehler behoben worden sein. Noch ist das Update nicht bei mir eingetroffen, somit kann ich das hier noch nicht bestätigen.

Huawei Watch Standby

Das war es auch fast schon zur Hardware. Die Uhr selbst trägt auch mit dem 1cm dicken Gehäuse nicht auf, da das Gehäuse zum Arm hin ein wenig nach innen zuläuft. Der Rand um das Display herum ist sehr dünn gehalten und im Gegensatz zur Moto 360 (2) und der neuen Fossil hat die Huawei Watch keinen Helligkeitssensor und den damit verbundenen schwarzen Balken quer über das Display. Wenn wir gerade beim Display sind – der Standby-Bildschirm ist im Gegensatz zur 360 2 und der Asus Zenwatch ein ganz normal verdunkelter Screen – keine verpixelte 8Bit-Ausgabe oder dergleichen.

Zur Software auf der Uhr muss eigentlich nicht viel gesagt werden. Android Wear ist dank Googles Restriktionen auf jedem Gerät im Grunde das selbe. Klar packt jeder Hersteller noch ein paar hübsche Watchfaces extra drauf, aber sonst dürften sich kaum Unterschiede finden lassen. Android Marshmallow ist noch nicht vorinstalliert. Damit dürfte dann laut diversen Gerüchten der Speaker aktiviert werden. Checkt bei uns die Suche im Blog, ich versuche neue coole Apps für Android Wear immer wieder mal zu verbloggen.

Denkt daran, die Uhren laufen mittlerweile zwar auch offiziell mit einem iPhone, was auch von Huawei aktiv beworben wird, aber mit deutlich weniger Funktionen. Das Filtern von Benachrichtigungen ist da nur kompliziert möglich, das Antworten schon gar nicht und auch das Installieren von Apps über das Smartphone könnt ihr da (noch?) vergessen.

Und sonst noch?

  • Die Huawei Watch hat keinen Kompass verbaut bekommen. Ich hab den zwar auch noch nie benötigt, aber es sollte erwähnt werden.
  • Mit Blick in Richtung Android 6.0 wurde der Huawei Watch ein Lautsprecher verbaut. Noch können wir nichts damit anfangen, aber lange wird das nicht dauern …
  • Ein Herzfrequenzmesser hat die Huawei Watch ebenfalls an Bord.

Fazit

Dieser kleine Artikel soll keinen kompletten Testbericht darstellen. Im Grunde ist es auch gar nicht so einfach zu einer Android Wear Smartwatch noch etwas Neues zu schreiben. Die Hardware ist seit grob einem Jahr fast komplett die selbe. Lediglich die Kleinigkeiten machen es aus. Während die Moto 360 auch in der zweiten Version noch einen schwarzen Balken am unteren Display-Rand hat, die ZenWatch 2 super günstig, aber ohne rundes Display ist, ist die TAG Heuer in meinen Augen einfach nur unverschämt teuer mit fast der selben Ausstattung.

Die Huawei Watch versucht sich hier in die goldene Mitte zu setzen. Das gelingt ihr in meinen Augen auch sehr gut. Die verwendeten Materialien sind bis zum letzten Winkel sogar in der Verpackung toll ausgewählt und lassen die Uhr insgesamt sehr hochwertig wirken. Das super scharfe Display ist im Alltag eine Wucht. In meinen Augen hat Huawei bis auf das Ladedock alles richtig gemacht.

Klar – günstiger geht immer, aber dafür hat man ja dann auch mittlerweile genügend Mitbewerber zur Auswahl, die dann hier und da an den Materialien oder der Ausstattung sparen.

Wertung des Autors
Michael Meidl bewertet Huawei Watch mit 4.4 von 5 Punkten.

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