Tesla möchte eine starke Gewerkschaft am Standort in Deutschland verhindern und weiterhin nach den eigenen Regeln spielen, was sogar dazu führte, dass man sich im mittlerweile im Rechtsstreit mit der IG Metall befindet. Für die Woche der Wahlen (vom 2. bis 4. März) haben sich jedoch beide Seiten auf Waffenstillstand geeinigt.

Tesla-Werksleiter spricht von „Propaganda“

Doch die Stimmung bei Tesla Deutschland ist gestern dennoch eingebrochen, denn das Handelsblatt hat einen Beitrag zum Standort veröffentlicht. Darauf hat Tesla-Werksleiter André Thierig bei LinkedIn reagiert und bezichtigt die Quelle, dass ihr Beitrag mit vielen falschen Aussagen gefüllt ist und spricht von „Propaganda“.

Er behauptet, dass bewusst „Verunsicherung unter der Belegschaft“ erzeugt und die Wahlen beeinflusst werden sollen. An so einem „Propagandajournalismus“ will man sich nicht beteiligen, womit sich André Thierig mittlerweile auf einem Level mit seinem Chef befindet, denn auch Elon Musk ist schon lange an so einem Punkt.

Die „klassischen Medien“ werden als Gegner und Feind positioniert, damit man als Konzern nur seine Sichtweise in sozialen Medien, von denen Elon Musk mit X ein großes selbst kontrolliert, verbreiten kann. Die Ironie ist, dass man genau sowas Propaganda nennt, wenn man unabhängige Medien öffentlich schlechtredet.

Falsche Tesla-Zahlen im Handelsblatt

Eine Zahl aus dem Beitrag des Handelsblatt sei jedenfalls falsch, so André Thierig, denn es wurden letztes Jahr „über 200.000“ Tesla Model Y in Grünheide gebaut und nicht „unter 150.000“ Einheiten. Und die Produktion wird nicht reduziert, man steigert diese wieder, auch im ersten Quartal möchte sich Tesla weiter steigern.

In den Kommentaren des Beitrags hat sich auch das Handelsblatt gemeldet und betont, dass die Zahlen von Inovev stammen und man Tesla um ein Statement via Mail gebeten hat. Dieses wurde jedoch ganz bewusst nicht beantwortet, was André Thierig bestätigt hat, denn „die Arbeit des HB (Handelsblatt) ist maximal unseriös“.

Man benötigt aber keine internen Zahlen von Tesla, die man nicht nennt, um zu sehen, dass das Werk in Deutschland nicht ausgelastet ist und deutlich mehr in Europa produzieren könnte. Die Nachfrage bei uns geht zurück und da wäre viel mehr möglich, daher stellt Elon Musk auch neue Modelle für Grünheide in Aussicht.

Unabhängige Medien werden diffamiert

Was mir persönlich (und da bin ich vielleicht auch etwas voreingenommen, da wir dieses Projekt unabhängig betreiben) missfällt, ist die Art, wie Tesla und Elon Musk die „klassischen Medien“ positionieren und sich als Multimilliardenkonzern und als reichster Mensch der Welt als „die Guten“ positionieren, das stimmt auch nicht.

Tesla hatte schon deutlich bessere Zeiten, die Nachfrage in Europa bricht ein, man hat aktuell keine gute Lösung und die Gewerkschaft passt einem Konzern nicht. Es lief schon besser bei Tesla und es ist unklar, ob die autonome Wette auf die Zukunft aufgeht. Das könnten noch spannende Wochen bei Tesla Deutschland werden.


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  1. JH ☀️

    Sorry, aber ganz ehrlich wenn ich mir hier mal die Medienberichterstattung über Tesla die letzten Jahre ansehe, dann ist das mit den „klassischen Medien“ nicht weit hergeholt.
    Wenn ich da alleine schon vor einiger Zeit an den ZDF Berichte denke, so negativ gegenüber Tesla geframed..

  2. termel 🌟

    Wirklich falsch ist Teslas Meinung über die Medienberichterstattung aber auch nicht. Auch über unseren Konzern (Einzelhandel, Namen lasse ich weg) wird in den Medien gerne irgendein Quatsch geschrieben – angeblich aus Insider-Quellen. Oft passiert das nach Betriebsversammlungen, wenn mal wieder jemand nicht richtig aufgepasst hat und Informationen falsch nach außen trägt. Und statt dass man versucht, zwei oder drei Quellen zu bemühen, wird einfach drauflos geschrieben. Hauptsache, man hat irgendetwas zu berichten, selbst wenn es falsch ist.

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