LG G7 ThinQ Testbericht

LG G7 ThinQ

Das LG G7 ThinQ wurde vor einigen Tagen offiziell vorgestellt und kann seit Kurzem auch vorbestellt werden. Es konnte mich nun einige Tage meinen Alltag als Hauptgerät begleiten, wurde auch schon in einem Unboxing von mir angerissen und die gesammelten Eindrücke aus dem Alltag habe ich für euch im folgenden Testbericht zusammengefasst.

Design und Verarbeitung

Das LG G7 ThinQ ist anständig verarbeitet und ist neben der IP68-Zertifizierung sogar nach US-Militärstandard MIL-STD 810G zertifiziert. Für meinen Geschmack ist es fast schon zu dünn, was am Ende auch ein wenig auf den Akku einwirkt, aber generell gibt es keinen Grund zur Klage.

Im Vergleich zum Vorgängermodell ist es knapp 4 Millimeter länger, aber dafür auch mit einem 6,1 statt 5,7 Zoll Display ausgestattet.

Der Fingerabdrucksensor reagiert schnell und ist auf der Rückseite mit etwas Abstand unterhalb der Dual-Kamera angebracht. Endlich hat sich LG von den Tasten auf der Rückseite wieder verabschiedet und bietet einen Power-Button auf der rechten Seite und zwei Lautstärke-Buttons auf der linken Seite an.

Zusätzlich ist auf der linken Seite noch eine weitere Taste angebracht, welche leider nicht umkonfiguriert werden kann und direkt zu Googles Assistenten bzw. bei langem Druck zu Google Lens führt. Im Gegensatz zu Bixby funktioniert dieser Assistent aber wenigstens anständig.

LG packt noch ein paar weitere Features in das Smartphone. Dazu gehören Boombox-Speaker, QI Wireless Charging, ein tolles Display und einen HIFI Quad DAC für unsere Sound-Fanatiker. Was davon dann wirklich taugt, dazu gleich mehr.

Display des LG G7 ThinQ

Das 6,1 Zoll SuperVision Display (3120×1440 Pixel) mit Notch bzw. von LG auf New Second Screen getauft. In Anspielung auf ihr schon aus vorherigen Modellen bekanntes Konzept mit dem kleinen extra Display über dem normalen Display wird nun die Notch als New Second Screen vermarktet. Auch im Falle des LG G7 ThinQ kann die Notch bei Bedarf ausgeblendet werden.

Lg G7 Thinq New Second Screen 2018 05 26 18.33.48

LG erweitert die Optionen noch ein wenig und so kann auch noch eingestellt werden, ob die Ohren der Notch eine bestimmten Hintergrund haben sollen und wie die Ecken ohne Notch abgerundet werden sollen.

Natürlich gibt es auch auf dem G7 einen Nacht-Mode, bei dem das Display ein wenig mehr ins gelbe bzw. Augen schonende getaucht wird. LG nennt das Komfort-Ansicht und selbige kann aktiviert/deaktiviert oder nach einem Zeit-Schema gestartet werden.

Trotz nicht vorhandenem AMOLED-Display (IPS-LCD wurde verbaut) finden wir ein Always-On-Display vor, welches auch mit einem Zeit-Schema versehen gestartet bzw. deaktiviert werden kann. Es soll auch ohne AMOLED bis zu 30 % weniger Energie verbrauchen, wie beispielsweise das Alway-On-Display auf dem LG G6.

Lg G7 Thinq 2018 06 01 17.48.14

Der eigentliche Knaller ist aber das Display selbst, welches mit 4 Sub-Pixeln arbeitet und somit einen zusätzlichen weißen Pixel spendiert bekam. Deshalb lässt sich das Display auch bei Bedarf für 3 Minuten auf 1000 nit, was wirklich suuuper hell ist, einstellen.

Damit kann das Display auch bei sehr starkem Sonnenlicht noch prima abgelesen werden. Die Schwarzwerte kommen vielleicht nicht ganz so gut rüber, wie bei einem AMOLED, aber das ist am Ende eh Geschmackssache. Ablesbarkeit auch bei schlechteren Blickwinkeln ist aber gegeben.

Im „Marketing-Blabla“ finden wir dann auch noch die Information, dass das Display des LG G7 ThinQ den kompletten Farbbereich des DCI-P3-Farbraums darstellen kann und damit Filme 1:1 wie auf der Kinoleinwand wiedergegeben werden können.

Ich persönlich sehe da jetzt an den Videos nichts auffällig anderes, aber es ist schön zu wissen, dass das umgesetzt wurde.

Die Kamera des LG G7 ThinQ

Anscheinend hatten die Testgeräte, welche in Berlin verteilt wurden, noch keine finale Firmware installiert. Diese nicht finale Firmware würde sich auch negativ auf die Kamera auswirken. Die Mail mit diesen Informationen traf eben (11. Juni 2018) bei uns ein. Ein Update soll demnächst an die Testgeräte ausgerollt werden. Schon im Handel erhältliche G7 haben die neueste Firmware schon installiert.

Hier kommen wir nun zum fast wichtigsten Punkt, den Smartphones heutzutage abarbeiten können müssen. Die Kameras! Sonder-Features, wie mindestens eine Dual-Kamera gehören heute fast schon zum guten Ton.

Auch hier spielt das LG schon seit einer Weile mit und bietet auch im Falle des G7 ThinQ wieder eine Dual-Kamera mit jeweils 16 Megapixeln auf der Rückseite an. Die zweite Linse sorgt hier wieder für einen tollen Weitwinkel (71° normal und 107° im Weitwinkel) statt Zoom, wie es viele andere Hersteller verbauen.

Die Weitwinkel-Funktion soll verbessert worden sein und die Ränder nicht mehr so sehr verzerren. Wobei mir persönlich gerade das ein wenig an den Weitwinkel-Fotos fehlt. Die Qualität geht dabei wirklich in Ordnung und die Kamera macht meist (zumindest ohne AI und bei guten Lichtverhältnissen) auch durchaus gute Fotos.

Wie immer habe ich ein paar Fotos in Google+ hochgeladen, die zeigen, was die Kamera(s) des G7 drauf haben.

Auch auf das Thema AI wurde im Falle des LG G7 ThinQ sehr stark gebaut. Leider machen das die Mitbewerber deutlich besser. Aktiviert man die AI-Kamera, so wird eine Schlagwort-Wolke über dem aktuellen Foto eingeblendet und selbige ist manchmal wirklich mehr schlecht als Recht.

Die „AI“ des G7 erkannte auf diesem Foto eines Teils der 3D Drucker-Mechanik kurzerhand „Fischteich, Büro, Party und Bier“. Fast richtig, oder?

Wenn die AI ein Foto eingestuft hat, könnt ihr noch direkt vor dem eigentlichen Bild schießen zwischen vier Farbmodi auswählen und alles in allem klappte das auch ab und zu. Aber hier liegt das gerade mal halb so teure Honor 10 meilenweit voraus. Auch kann ich in der Galerie des Honor 10 den gewählten AI-Effekt mit einem Klick wieder entfernen, falls mir beispielsweise im Nachhinein auffällt, dass das Foto ohne Effekt und Schnickschnack besser aussehen würde.

Positiv fällt auf, dass die Motiv-Erkennung, äh AI – die Motive teils erkennt (Blume, Haustiere, etc.) und die Fotos so auf Wunsch nach erkannten Motiven sortiert. Zusammenfassend möchte ich sagen, dass das G7 tolle Fotos macht, aber zumindest aktuell eher ohne aktivierte AI-Kamera bessere Ergebnisse liefert.

Bei Nacht oder eben dunklen Motiven schaltet die Kamera des G7 auf den Nacht-Modus und diese „superhelle Kamera“ macht genau das, was der Name sagt. Die Fotos werden unnatürlich aufgehellt und erzeugen damit viele Artefakte und eher Brei, als scharfe Fotos. Auch diesen Punkt kann ich den Modellen der Konkurrenz eher zuschreiben.

Performance des LG G7 ThinQ

Im LG G7 ThinQ ist ein Snapdragon 845 verbaut, der sozusagen das Beste bietet, was aktuell auf dem Markt zu haben ist. 4 GB RAM stehen dem Prozessor zur Seite. Gerade der RAM könnte zum jetzigen Zeitpunkt, verglichen mit den Produkten der Mitbewerber mit 6GB und sogar 8GB RAM zwar etwas höher bestückt sein, aber im Alltag bemerkt man hier zumindest noch keine Einbußen.

Benchmarks sind eher Glückssache, da die bisher verteilten G7 an die Presse irgendwelche Einschränkungen zu haben scheinen. AnTuTu meckert rum, dass der Flugmodus aktiviert werden muss (das hatte ich noch nie!) – aber immerhin bekommt man ein Ergebnis.

Lg G7 Thinq Antutu

Deshalb für Freunde der Statistik nun noch der Screenshot mit einem Ergebnis von um die 260.000 Punkten und damit besseren Werten, als es 99 % der anderen getesteten Geräte haben. Das P20 Pro mit dem Kirin 970 bringt es dagegen auf 210.000 Punkte.

Der Ordnung halber muss aber wieder erwähnt werden, dass diese Werte nicht mehr viel aussagen. Ab einem bestimmten Wert laufen die Dinger so ziemlich ruckelfrei. Dabei ist es völlig egal, ob mit 150.000 oder 280.000 Punkten. :)

Akku des LG G7 ThinQ

Verbaut ist laut LG auf dem Papier ein 3.000 mAh Akku. Das erscheint mir für die jetzige Zeit einfach ein bisschen wenig. Genügend Optimierungen hier und da kitzeln aber aus dem Snapdragon Prozessor in Verbindung mit dem Akku das letzte raus und so komme ich im Durchschnitt mit einer Ladung meist über den Tag.

Oft sind die Reserven Abends aber sehr, sehr knapp und würden beispielsweise auch nicht annähernd für einen weiteren Tag genügen, aber im Grunde lege ich sowieso jeden Abend das Handy auf die QI-Platte. Exakt das wird im Falle des G7 ThinQ auch unterstützt und bringt somit den Komfort, den ich mir trotz einfacherem Ladevorgang via USB Typ-C wünsche.

Sound des LG G7 ThinQ

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Ohne DAC klingen die meisten Headsets an Smartphones eher klein und nicht richtig klangfüllend. Der im G7 verbaute Quad DAC weiß mit entsprechenden Kopfhörern dagegen zu begeistern. Durch den Soundchip erhält der Anwender dann deutlich klarere bzw. weniger rauschende und feiner justierbare Töne mit mehr Volumen.

Der sonst noch verbaute Lautsprecher ist ein Mono-Lautsprecher auf der Unterseite des Geräts. Ihm wurde ein Feature genannt Boombox-Speaker verpasst. Der Klang wird dabei zum Teil in das innere des Handys weitergegeben und wenn das G7 auf einem Holztisch oder einer Glasplatte liegt, bekommt der Ton durch die stark vibrierende Rückseite und den damit weitergegebenen Klang merkbar mehr Tiefe.

Allerdings hat alles zwei Seiten und wenn ich das Note 8 (nur Mono) oder das P20 Pro (mit fast Dual-Speaker) daneben auf den Terrassentisch lege, so sind die Geräte am Ende fast gleich laut. Ich würde die Klänge so einstufen, dass das Note 8 fast den ausgewogensten Ton hatte, das P20 Pro etwas mehr Höhe und das G7 etwas mehr Tiefe bzw. Volumen. Von der Lautstärke her nahmen sich alle drei Geräte nicht viel.

Software des LG G7 ThinQ

Auf dem LG G7 ThinQ ist zu diesem Zeitpunkt noch Android 8.0.0 mit Sicherheitspatch vom Mai 2018 installiert. Das ist in Sachen Sicherheitspatch absolut vorbildlich, aber warum noch kein 8.1 installiert ist, vermag ich nicht zu sagen.

Die Oberfläche von LG nennt sich UX 6.0x und ist zwar von LG aufgebohrt, aber noch bei weitem nicht so sehr, wie es Huawei oder Honor mit ihrem EMUI machen. Das vermag sehr zu gefallen.

Und sonst noch?

  • Der Speicher des LG G7 ist per MicroSD erweiterbar
  • LG bietet für Vorbesteller einen kleinen Bonus. Wer bis zum 07.06. das Gerät vorbestellt, erhält ein T-Shit, eine Ledertasche, ein Case und einen Gutschein on Top. Im Falle einer Bestellung im Media Markt oder Saturn gibt es sogar noch einen extra 160 EUR Gutschein zum Fan-Paket dazu.
  • Im normalen Lieferumfang ist kein Case enthalten

LG G7 ThinQ Test: Das Fazit & tl;dr

LG macht mit dem LG G7 ThinQ einiges richtig. In Sachen Ausstattung bietet LG wirklich viel im Paket. Allerdings ist der Zeitpunkt des Verkaufs vielleicht etwas spät gewählt.

Lg G7 Thinq Back

Während die Modelle der Mitbewerber schon einige Zeit auf dem Markt sind (Galaxy S9 Plus) und deshalb schon für um die 650,- EUR zu haben sind, dürfte es das LG G7 ThinQ mit 850,- EUR doch etwas schwer haben. Deshalb packt LG einige Boni für die Vorbesteller ins Paket.

Ich würde wohl zum jetzigen Zeitpunkt zu den günstigen Mitbewerbern (Honor 10 für unter 400 EUR) tendieren. Vor allem, wenn man Wert auf die Kamera und den Akku legt. Gerade die noch sehr unausgereifte AI und die etwas langsamere Auslösezeit stören bei einem Smartphone mit der immer-dabei-Kamera doch ungemein.

Sollte es aber doch unbedingt ein LG G7 sein, dann kann ich nur empfehlen bis zum 07.06. mit dem Vorbesteller-Boni zu ordern, oder etwas abzuwarten. Wenn es wie beim G6 läuft, dürften signifikante Preissenkungen sehr bald zu erwarten sein.

Das LG G7 ThinQ wurde uns von LG auf dem Presse-Event in Berlin zur Verfügung gestellt. Weitere Details zum Gerät findet ihr auf der Produktseite. Wie testen wir? Das könnt ihr zusammengefasst hier nachlesen.

Wertung des Autors
Michael Meidl bewertet LG G7 ThinQ mit 4.0 von 5 Punkten.

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