Mercedes in der Krise: Die Nachfrage bricht ein
Mercedes hat heute die Zahlen für das zweite Quartal 2026 veröffentlicht und in der Pressemitteilung versucht man die Lage so gut es geht positiv zu verkaufen.
Genau 511.900 Pkw hat Mercedes verkauft, was faktisch einem Einbruch von 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Aber Mercedes wirbt in der Einleitung mit einem Wachstum von 2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Damit vergleicht man allerdings keine Zahlen, es geht immer um den gleichen Zeitraum.
Mercedes in tiefer China-Krise
Vor allem das Geschäft in China ist aktuell eine Katastrophe bei Mercedes, dort ging es um heftige 30 Prozent nach unten, das Wachstum außerhalb von China und die laut Mercedes steigende Nachfrage nach Elektroautos reicht also nicht aus.
Apropos Elektroautos, die kamen in Q2 auf 52.900 Einheiten, ein Plus von stolzen 50 Prozent, aber 2025 war auch kein gutes Jahr für vollelektrische Autos mit Stern.
Die Lage bei Mercedes hätte schlimmer ausfallen können, es gibt Lichtblicke mit Blick auf die Zukunft, denn das neue Portfolio läuft gerade erst an, aber wenn man bedenkt, dass gewisse Bestseller schon erneuert wurden, ist logischerweise nicht so viel Optimismus angebracht. Vor allem die Lage in China ist eine Katastrophe.
Doch die deutschen Premiummarken haben viele Jahre sehr gut von diesem Markt profitiert und sich darauf verlassen, ohne auf die aufkommende Konkurrenz vor Ort vorbereitet zu sein. Jetzt merkt man mit voller Härte, wie abhängig man davon ist.
PS: Diese Zahlen zeigen auch, dass mehr Arbeit, wie es mittlerweile gefordert wird, nicht die Lösung ist. Jedenfalls nicht langfristig. So kann man kurzfristig etwas Geld sparen. Vielleicht wird es doch langsam Zeit für einen Personalwechsel ganz oben.
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Eine Ursache liegt sicher auch in der Orientierung auf das Luxussegment, das neben den Taxiunternehmern auch so manchen anständigen und langjährig markentreuen Mittelständler verprellt hat. In Verbindung mit meinem geänderten Nutzungsprofil kommt nach 30 Jahren E-Klasse deshalb jetzt auch kein Benz mehr in Frage – da ich weder schön noch prominent bin!
Die Autos sehen innen wie außen auch einfach nur schlimm aus.
Die Forderung nach Mehrarbeit war schon immer witzig, wollen die Manager noch mehr Produzieren was nicht abgesetzt wird?
Es geht darum, das Gleiche zu schaffen mit weniger Mitarbeitern. Die müssen dann immer mehr arbeiten, dürfen aber nicht mehr verdienen, sonst spart man ja nichts.
Schon klar was die wollen, ich komme aus der Industrie ;-) Und selbst das ist kompletter Blödsinn. Deutschland hat die Technik für nahezu Vollautomatisierung. Aber dann müßte man ja teure Maschinen kaufen. Das schmälert natürlich erstmal das Ergebnis und damit den Bonus der Manager. VW und Mercedes sind da ganz üble Beispiel für Ineffizienz und miserable Produktionsplanung.
Dank demographischem Wandel wird man da auch hinkommen müssen. Aber anstatt die wirklichen Probleme an zu gehen, tun so Nieten in Nadelstreifne wie Blume bei VW und Kalänius bei Merceds lediglich alles um sich möglichst viel Geld in die eigene Tasche zu stecken. In 5 Jahren, wenn die nicht mehr da sind, ist das nicht mehr ihr Problem. DAS sind mittlerweile die deutschne Manager.
Auf der anderen Seite BMW hat da wesentlich weniger Personalüberhang und eine der modernsten Produktionsbereiche. Toyota hat zum Beispiel ca. 70% weniger Mitarbeiter als VW, verkauft aber 2 Millionen Autos mehr. Allein an Toyota sieht man das ganze Versagen bei VW, aber auch Mercedes, die es jahrelang nicht hinbekommen haben zu modernisieren.
Das ist doch leicht erklärbar. Einen Mercedes kauft man in China doch nicht, weil man „ein Auto braucht“, sondern das ist ein Lifestyle Produkt, so wie eine teure Armbanduhr oder eine Tausende Euro teure Handtasche. Und Lifestyle Produkte müssen im Trend liegen (oder noch besser den Trend bewirken), sonst kauft das keiner. Der Stuttgarter Stern scheint diesbezüglich verblasst zu sein, daher der Einbruch. Das hat mMn nur ganz wenig mit technischen Details zu tun, dafür interessiert sich der Lifestyle Kunde (oder die Kundin) so gut wie gar nicht. Ob es künftig gelingt, diesen Trend umzukehren, weiß ich nicht, habe aber Zweifel.
Im Gegensatz zu vielen Kommentatoren hier hat das mit der Art des Antriebs eines Fahrzeugs herzlich wenig zu tun. Daher hilft auch nicht die immer wieder geforderte Rückkehr zum Verbrenner oder verklausulierter ausgedrückt die ach so tolle Technologieoffenheit.
Würde ich auch so sehen.
In meinen Augen hat Mercedes ein furchtbares Image. Da könnten die Autos weiß ich was für Technik und Motoren haben…ich würde keinen Mercedes kaufen.
Hinzu kommt auch ein neuer Nationalstolz in China. War es früher noch schick sich in China einen VW Santana leisten zu können, scheint man sich dort wohl heuer zwei- oder dreimal zu überlegen, sich einen Benz oder Toyota vor die Garageneinfahrt zu setzen. Lokale, gute und günstige Alternativen gibt’s mittlerweile en masse.
Das sehe ich auch so. In dem Kontext ist die schlechtere Materialqualität im Innenraum bei Autos deutscher Premiumhersteller ein schwerer Fehler. Die Chinesen machen das genaue Gegenteil und bieten in dieser Klasse erstaunlich innovative und qualitativ hochwertige Innenräume. Selbst Tesla hat das erkannt und die Materialqualität bei den Facelifts deutlich angehoben.