Software-Probleme bei Volkswagen sollen Audi und Porsche bremsen

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Die Automobilwoche berichtet, dass ein „Chaos“ bei Cariad herrscht, der noch sehr jungen Software-Sparte in der Volkswagen AG. Aktuell arbeitet man dort an Version 2.0 der Software, die dann erstmals auf einem ganz neuen VW.OS basiert.

Doch die Entwicklung bereitet Probleme und statt 2024 soll das Pilotprojekt von Audi erst 2027 kommen. Audi bezeichnet es gerne als Artemis, intern wird es als Landjet bezeichnet. Es soll eines der ersten Modelle der SSP-Plattform werden.

Bei Volkswagen selbst wird ein ähnliches Modell entwickelt, was man als Trinity bezeichnet. Das kommt 2025 statt 2024, aber dieser Plan steht wohl noch. Es war aber eigentlich mal geplant, dass Audi noch vor Volkswagen loslegen darf.

Audi arbeitet angeblich schon an einer Notlösung, die man aktuell als Landyacht bezeichnet. Diese soll die Lücke füllen, wird aber noch nicht mit VW.OS auf den Markt kommen. Die „Killerapplikationen beim autonomen Fahren“ fehlen.

Android Automotive macht auch Probleme

Doch bevor wir über Version 2.0 bei der Volkswagen AG sprechen, einer Software für alle Konzernmarken, stehen bei Audi und Porsche noch Version 1.2 an. Da wird man Android Automotive als Basis nutzen und es soll eigentlich 2023 starten.

Allerdings war bisher von „kurz vor 2024“ die Rede und die Automobilwoche geht davon aus, dass das Chaos auch hier für eine Verspätung sorgen wird. Die ersten beiden Modelle (Audi Q6 e-tron und elektrischer Porsche Macan) werden vielleicht erst 2024 kommen. Der Porsche Macan soll aber Anfang 2023 gezeigt werden.

Momentan wird dieser angeblich ohne die neue Software getestet.

Dieser Zwischenschritt vor Version 2.0 war mal für 2021 geplant, dann wurde es 2022, jetzt spricht man von 2023 und vielleicht kommt das erste Serienmodell auch erst 2024. Das könnte jetzt einige wundern, daher eine kurze Einordnung dazu:

Einige Hersteller setzen auf die Google-Version von Android Automotive, die ist „schnell“ angepasst und kommt bereits mit Apps daher. Audi und Porsche setzen aber auf die Open Source-Version, und die muss eben stärker angepasst werden.

Volkswagen und die Software-Roadmap

Kurz: VW.OS sollte mal 2024 starten, doch wenn es gut läuft, dann geht es 2025 los. Die Probleme bei Cariad sorgen aber angeblich dafür, dass sich die Projekte immer wieder verschieben. Auch die kurzfristigen Ziele sind davon betroffen.

Vielleicht hat sich die Volkswagen AG ein bisschen mit der Software übernommen, vielleicht waren die Ziele aber auch von Anfang an zu ambitioniert. Immerhin zieht nicht jeder mit Herbert Diess mit, in einem so alten Unternehmen gibt es sehr viele Stimmen, die am liebsten noch länger am jetzigen Status Quo festhalten würden.

Ich halte es weiterhin für eine gute Idee, dass Volkswagen das mit der Software selbst lösen möchte, immerhin wird das langfristig auch bei Autos der lukrative Part sein. Es zeigt sich aber immer mehr, was für ein gigantisches Mammutprojekt das in einem so riesigen Unternehmen mit so vielen unterschiedlichen Marken ist.

BMW setzt offiziell auf Android Automotive

Bmw Infotainment Header

Es hat sich schon angedeutet und jetzt ist es offiziell: BMW setzt ab März 2023 auf Android Automotive OS (AAOS) von Google. Allerdings nicht komplett, denn das OS wird in BMW Operating System 8 (nutzt Linux) integriert. Mehr Details gibt…29. Juni 2022 JETZT LESEN →


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Bitte bleibe freundlich.

  1. Thomas R. 👋

    Fahre eine Tiguan BJ 2021 und habe nur Softwareprobleme,
    so was habe ich noch bei keinem Fahrzeug erlebt.
    Eine einzige Katastrophe.

  2. Ticar 🪴

    Das Thema Software sehe ich als eine der größten Herausforderungen für die deutschen Autobauer. Überall fehlt es in Deutschland an IT Fachleuten. Klar, die deutschen Firmen zahlen gut, aber man hat auch enorme Abgaben wenn man in Deutschland arbeitet und lebt. Mittlerweile kenne ich so einige Informatiker bzw Leute aus der Branche, die aus Ländern mit niedrigerer Steuerlast und attraktivereb Rentensystem arbeiten und aufgrund der eh schon vorhandenen räumlichen Distanz frei bei der Auswahl ihres Arbeitgebers sind.

    Hoffentlich kriegen die großen deutschen Firmen mit ihren festen Strukturen und mächtigen Betriebsräten ausreichend fähiges Personal und den nötigen Umbruch hin.

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