Spritpreise unter Kontrolle? Neue Vorschrift tritt in Kraft

Die Bundesregierung begrenzt Preiserhöhungen an Tankstellen ab sofort auf einmal täglich. Diese Vorgabe ist Teil des Kraftstoffmaßnahmenpakets.
Ab dem heutigen 1. April 2026 gilt eine neue Vorschrift für Kraftstoffpreise in Deutschland. Tankstellen dürfen ihre Preise nur noch einmal täglich erhöhen, und zwar um 12 Uhr mittags. Preissenkungen bleiben hingegen jederzeit möglich. Hintergrund sind stark gestiegene Spritpreise infolge des Konflikts im Nahen Osten.
Die Regelung wurde laut Gesetzgebung im Bundesgesetzblatt veröffentlicht und orientiert sich am Vorbild Österreichs. Ziel ist es, starke Preisschwankungen einzudämmen und die Transparenz für Verbraucher zu erhöhen. Kritik kommt unter anderem vom ADAC und von Tankstellenbetreibern, die nur begrenzte Auswirkungen erwarten.
In Österreich gilt bereits seit 2011 eine ähnliche Regelung, die besagt, dass Preiserhöhungen nur einmal täglich erlaubt sind. Studien und Auswertungen, unter anderem von Wettbewerbsbehörden, zeigen, dass sich dadurch die Preistransparenz zwar verbessert hat und extreme kurzfristige Schwankungen reduziert wurden. Ein deutlicher dämpfender Effekt auf das allgemeine Preisniveau ließ sich jedoch nur begrenzt nachweisen.
Experten sehen den Hauptnutzen daher eher in einer besseren Vergleichbarkeit für Verbraucher als in dauerhaft niedrigeren Spritpreisen. Diese Vergleichbarkeit war bisher allerdings auch durch entsprechende Apps gegeben.
Neue Vorgaben für Tankstellen und Behörden
Teil des Maßnahmenpakets ist auch eine Verschärfung des Kartellrechts. Das Bundeskartellamt erhält zusätzliche Befugnisse, um gegen überhöhte Preise vorzugehen. Verstöße gegen die neue Preisregel können mit Geldbußen von bis zu 100.000 Euro geahndet werden.
Seit Beginn des Iran-Kriegs sind die Durchschnittspreise für Kraftstoffe deutlich gestiegen. Diesel verteuerte sich laut aktuellen Daten um rund 55 Cent pro Liter, während Super E10 etwa 31 Cent mehr kostet als zuvor, wobei Experten darauf hinweisen, dass sich auch Elektroauto-Fahrer nicht zu früh freuen sollten, da steigende Energiepreise langfristig auf die Stromkosten durchschlagen können.
Ich halte die Maßnahme für einen nachvollziehbaren Versuch, die Dynamik an den Zapfsäulen zu bremsen, auch wenn unklar bleibt, inwieweit Verbraucher tatsächlich entlastet werden. Ich glaube, niemand erwartet einen ernsthaften preissenkenden Effekt.
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Irgendwas zwischen 5 – 6 €/Woche Mehrkosten bei 80km/Tag pendeln zur Arbeit und 6,5l/100km Verbrauch….
Ich hoffe die Steuern werden nicht gesenkt!
Elektroauto Fahrer haben es auch nicht viel besser
Und da schlittert die Politik mal wieder sehenden Auges rein… Und sich dann wieder wundern, warum die x-te direkte Kaufpreisförderung nicht den erhofften Erfolg bringt. It´s the Ladeinfrastruktur, stupid!
Wir haben ein Elektroauto und einen Verbrenner, mit der neuen Regelung wird es für uns wahrscheinlich deutlich teurer, weil wir immer erst am Abend tanken können. Der günstigste Preis müsste ja jetzt aber naturgemäß immer kurz vor zwölf sein. Nur wer kann kurz vor zwölf tanken? für die arbeitende Bevölkerung ist die Regelung doch totaler Schwachsinn?!
Mittlerweile in Polen Preisdeckel für Benzin und Diesel und massive Steuersenkungen (23% auf 8%)
Ein direkter Vergleich hinkt aber: Das durchschnittliche Nettoeinkommen in Polen liegt bei nur ca. 1.670 € monatlich, in Deutschland bei 2.500 €, also 1,5-mal höher.
Ja, das stimmt. Nun dort versucht die Regierung die Bürger zu entlasten und die Preise zu steuern. Bei uns? „Wir müssen, wir sollen, wir werden“ wie bei allen Themen.
Nein. Der Vergleich hinkt eben nicht.
Auch bei uns könnte der Staat die Steuern/Abgaben auf Sprit zeitlich begrenzt reduzieren.
Das ist absolut unabhängig vom durchnittlichen Nettoeinkommen.
Warum sollte der Staat das tun? Freier Markt, freie Regeln. Eine Planwirtschaft ist abzulehnen.
Eine massive Steuer(!)senkung ist aber auch das schlimmste, was man machen kann. Wenn wir es schon selbst nicht schaffen, uns mal in die richtige Richtung zu „steuern“, dann muss es halt die Weltpolitik richten. Wir waren schon mal beim Wort „Freiheitsenergie“!
Also unabhängig davon, ob ich für die Emotionen noch Dinosauriersaft verbrennen muss oder öffentlich laden nicht zumutbar ist oder ich bei 1000km am Tag keine Pausen machen kann, jedem sollte doch hoffentlich langsam klar werden, dass man sich aus dieser energiepolitischen Falle befreien muss.
Gebt den Leuten eine direkte Entlastung aufs Konto (das hat der Freiheitsenergie-Mann aber leider nicht ermöglichen wollen/können), aber schmeißt nicht noch mehr Geld in dieses brennende Ölfass.
Und ohne persönliche Anekdote gehts dann doch nicht: Wegen Ostern ist jetzt zwar weniger Verkehr auf der Autobahn, aber langsamer fährt gefühlt noch keiner.
„Diese Vergleichbarkeit war bisher allerdings auch durch entsprechende Apps gegeben.“
Ja schon, hat einem aber nix gebracht, wenn sich der Preis bis zur Ankunft doch wieder erhöht hat. Das fällt jetzt immerhin weg.
So etwas ist mir in all den Jahren noch nicht passiert. Man sieht die Preisverläufe und kann sich sehr gut daran orientieren. Gute Apps empfehlen dir sogar direkt, ob du jetzt sollst oder nicht. Aber theoretisch gesehen könnte das natürlich immer vorkommen. Dafür wird er jetzt eben einige Stunden vorher erhöht und kann kurz nach dem Tanken dennoch merklich sinken. Darüber freut man sich dann auch nicht. Alle Erhebungen dazu zeigen, dass du dadurch unterm Strich nicht günstiger tankst.
Ich denke auch, hier geht es erst darum dieses „Abzocke-Gefühl“ in den Griff zu kriegen. Stabilität ist auch ein Wert unabhängig von der absoluten Höhe.