Volkswagen stellt sich bei Software (mal wieder) neu auf
Cariad sollte einst das große Vorzeigeunternehmen im VW-Konzern werden, ganz nach dem Vorbild im Silicon Valley und Tesla, wollte Herbert Diess den Fokus voll auf Software legen. Doch von „CAR, I Am Digital“ (dafür steht der Name) ist bald nicht mehr viel übrig. Das Management will weniger Geld für Software ausgeben.
Es steht ein weiterer Stellenabbau an, der aber laut Automobilwoche ein bisschen größer als vermutet ausfallen wird. Insgesamt 1.600 von derzeit 4.300 Stellen sind gestrichen worden. 200 neue für KI (dazu gleich mehr) kommen dazu. Von einst 6.300 Mitarbeitern bleibt also nur noch weniger als die Hälfte bei der Cariad übrig.
Intern ist von einem „Machtkampf“ die Rede, bei dem das Management wieder mehr auslagern möchte, wie die Technik für autonomes Fahren. Eigentlich war die Idee, dass Volkswagen mehr intern entwickelt, jetzt nutzt man wieder mehr externe Lösungen, wie beispielsweise Android Automotive von Google beim Infotainment.
Cariad wird zum KI-Unternehmen
Neue Strategie? KI. Was auch sonst. In einem Statement, welches Cariad auch an uns geschickt hat, betont man, dass sich die junge VW-Sparte „zur AI Company“ entwickelt. Laut Quelle entstehen die 200 Stellen im KI-Bereich. Es geht um den „den Übergang zum Software Defined Vehicle“, mit dem VW seit 2026 gerne wirbt.
Wir bauen CARIAD auf eine neue, kleinere und auf Geschwindigkeit ausgerichtete Tech-Organisation mit wettbewerbsfähigen Arbeitsbedingungen um.
Volkswagen geht die Software also, mal wieder, neu an. Wobei das Statement sehr schwammig formuliert ist, wie so oft, wenn es um KI geht. Damit steht VW nicht alleine da, viele nutzen KI derzeit gerne als Buzzword. Und viele sehen darin eine Lösung für die Probleme, wobei das vielleicht nicht immer eine gute Lösung ist.
Für ein Fazit ist es aber noch zu früh. Warten wir mal ab, was am Ende übrig bleibt und die die Rolle der Cariad bei den VW-Marken in ein paar Jahren aussieht. Man wollte damals vielleicht ein bisschen zu viel, ich befürchte nur, dass man jetzt zu wenig will und den Fokus zu sehr auf die Kosten der Software bei VW gelegt hat.
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