Das Ergebnis der Gewerkschaftswahlen steht und die IG Metall geht als Verlierer hervor, sie konnte nicht die Mehrheit erzielen, diese geht ganz klar an „Giga United“ (gewerkschaftsunabhängig). Damit ging der Einfluss der IG Metall sogar zurück.

Werksleiter André Thierig spricht von einer „klaren Niederlage“, ignoriert aber die Kampagne, die man gegen die Gewerkschaft gefahren hat. Die Liste ist lang, sehr lang, hier und da wurden womöglich auch Unwahrheiten direkt vor Ort verbreitet.

Tesla machte viel Stimmung vor Ort

Doch Tesla fuhr auch so richtig auf, man rief beispielsweise die Polizei in einem Gespräch, was Zweifel säte, obwohl die Lage bis heute nicht aufgeklärt ist, man bezichtigte unabhängige Medien der Propaganda und man kaufte einen bekannten Rapper aus Deutschland ein, der Mitarbeiter mit einem Konzert beeinflussen sollte.

Das Highlight kam aber erst zum Schluss, denn der Werksleiter bekamt noch ein „Interview“ mit Elon Musk, dem Chef von Tesla. Dieser stellte neue Modelle für das Werk in Aussicht, blieb aber sehr vage und eigentlich sind wir jetzt nicht schlauer.

Eine konkrete Ankündigung wollte Musk nämlich nicht machen.

In diesem Gespräch betonte er aber auch, dass die Dinge „schwieriger“ werden, wenn der Einfluss an die IG Metall geht. Tesla wird das Werk nicht schließen, so Elon Musk, aber auch nicht erweitern. Eine Drohung, die ihre Wirkung zeigte.

Tesla ohne Lösung für das Problem

Eine Lösung für die rapide gesunkene Nachfrage in Europa steht weiter aus, aber nach vielen leeren Aussagen kann Tesla jetzt Taten sprechen lassen. Immerhin hat man gewonnen, jetzt müsste es also wieder bergauf gehen. Schauen wir mal, ob sich etwas tut und das Tesla-Werk in Grünheide wieder auf Spur bringen kann.


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  1. Dennis 🎖

    Also alle in meinem Umkreis die IG Metall Tarifverträge haben, haben ziemlich dicke Gehälter in eigentlich völlig normalen Jobs.

    Zufall? 🤔

  2. Niklas 🪴

    Man muss die IG-Metall vielleicht nicht atemberaubend gut finden, aber gerade in einem Konzern wie Tesla, der Arbeitnehmern freiwillig wenig Rechte zugestehen will, ist eine Gewerkschaft ja prinzipiell wichtig und sinnvoll.

    1. rot 🍀

      Rechte werden nicht zugestanden. Rechte hat man, weil sie gesetzlich verankert sind. Und sie gelten dann auch. Auch bei Tesla. Das Arbeitsrecht gilt. Und durch Betriebsvereinbarungen können diese Rechte dann ergänzt oder verbessert werden.

      1. BenBoogie 🌟

        Recht haben und Rech bekommen sind aber 2 Unterschiede. Im Zweifelsfall klagen dich top bezahlte Tesla Anwälte in die Steinzeit zurück und bei deren Methoden gegen die IG-Metall würde mich auch nicht wundern wenn die „Werks-Stasi“ dir noch gefälschte Beweise unterschiebt.

  3. Spooky 🏅

    Eine Schande, das ein Werkleiter von einer Niederlage spricht, egal von welcher Gewerkschaft.
    Sowas gehört sich nicht…
    Aber Tesla ist ja bekannt für seinen aggressiven Ton.

  4. Philipp 🔆

    Was wurden da eigentlich genau gewählt?
    War das nicht eine Betriebsratswahl?

  5. JH ☀️

    Tjaaa IG Metall verloren und der Einfluss geht zurück , sehr gut. Hab schon schlimmstes befürchtet.

    Aber wie ein anderer Kommentator hier schon schreibt wieder sehr negativ und mit sehr wenigen Sätzen zum eigentlichen Thema.

    1. Wie viele Sätze soll man denn zu einem klaren Ergebnis schreiben? 😄

  6. Christian 🔆

    Es beschäftigen sich gerade mal drei Zeilen mit der entsprechende Wahl bei Telsa.

    Der Rest….joa….nutzt der Autor wieder um einseitig Stimmung zu machen.

    Wie wäre es mal mit den Chancen, die sich ergeben könnten? Siehe Negativbeispiel VW wo der Betriebsrat/die Gewerkschaft zu mächtig ist.

    1. Ich schreibe meine Meinung, wie du auch, wo ist dabei dein Problem? Ich habe mich auf die Kampagne von Tesla fokussiert, die in den letzten Wochen oft das Thema hier war. Über Chancen würde ich gerne berichten, wenn ich welche sehen würde. Ein Abbau der Mitarbeiter und eine heftig gesunkene Nachfrage ohne Aussicht auf neue Modelle, während VW und Co. jetzt mit ihren preiswerten Elektroautos kommen lassen aber eben keine Chancen erkennen.

      Und natürlich kritisiere ich hier auch immer wieder die Macht der Gewerkschaft bei Volkswagen, da ich die Welt nicht als Schwarz oder Weiß einstufe und mich nicht blind auf eine Seite stelle. Daher sehe ich eine starke Gewerkschaft auch nicht grundsätzlich als negativ an, sondern gehe nur auf die Nachteile ein, sie als „Negativbeispiel“ zu bezeichnen wäre für mich zu extrem und eine ideologische Ansicht.

      1. JH ☀️

        Klar Meinung ist erlaubt aber wenn man ein Wahlergebnis in 3 Zeilen abhandelt und dann 10 Absätze lang Tesla bashen,dann ist das kein ausgewogener Beitrag mehr,sondern Stimmungsmache mit News-Anlass. Beim VW-Beispiel siehst du die Nachteile einer zu starken Gewerkschaft aber bei Tesla blendest du die möglichen Vorteile einer schlankeren Mitbestimmung (schnellere Entscheidungen,mehr Flexibilität,Investitionen)komplett aus. Fair wäre beides mal zu beleuchten! Ich finde es schade, dass du schreibst „“keine Chancen erkennen““ obwohl Musk vor ein paar Tagen explizit Cybercab,Optimus und sogar den Semi für Grünheide in Aussicht gestellt hat und das direkt mit der Warnung verknüpft hat,dass eine IG-Metall-Mehrheit das erschweren würde.
        Das ist doch genau die Chance,die sich durch das Wahlergebnis ergeben könnte!! Weniger Blockade,mehr Investitionen.Stattdessen nur wieder „Nachfrage sinkt, alles doof“.VW-Kritik ist ja berechtigt, aber man kann nicht nur die Nachteile einer Seite sehen?!

        1. Dom 🏆

          Das ist ein Meinungsblog. Dafür bin ich hier. Ich finde es sehr gut, auch den Inhalt mal zu kritisieren, aber den Autoren die eigene Meinung aufzudrücken halte ich für fragwürdig.

        2. Ich blende sie bei Tesla nicht aus, ich sehe es nur nicht Schwarz und Weiß, denn eine Gewerkschaft hat auch Vorteile, wie man bei Wolfsburg an der Zufriedenheit sieht. Und sie sorgt dafür, dass ein Standort ausgelastet sein kann, in dem sie sich für neue Modelle einsetzt.

          Und ja, Cybercab, Semi und Optimus sind bisher keine Chance, oder wurden die konkret angekündigt? Und selbst wenn, Elon Musk kündigt auch seit Jahren den Roadster und die finale Version von FSD an, am Ende zählen bei ihm nur die Taten und da gibt es bisher keine. Es gibt ein Werk, was mehr leisten könnte, und nicht ausgelastet wird, während VW die Elektroautos in Europa mittlerweile massiv dominiert. Ein zweites und günstigeres Elektroauto, das wäre eine Chance für das Werk, nicht ein Cybercab, was vielleicht irgendwann mal autonom unterwegs ist.

          1. René H. 🔆

            denn eine Gewerkschaft hat auch Vorteile, wie man bei Wolfsburg an der Zufriedenheit sieht. Und sie sorgt dafür, dass ein Standort ausgelastet sein kann, in dem sie sich für neue Modelle einsetzt.

            Bzgl. Zufriedenheit bei VW WOB: Hast du da Zahlen oder tiefere Erkenntnisse? Ich vermute, da herrscht aktuell blanke Angst um die Arbeitsplätze. Eine Rest-Zufriedenheit ergibt sich hauptsächlich durch den Blick auf den Lohnzettel.

            VW WOB und auch andere Werke sind ganz weit weg von „ausgelastet“. 50-60%.
            Neue Modelle helfen, aber die kannibalisieren immer auch die vorhandenen. Ein Sprung in der Auslastung ist häufig nur vorübergehend. Langfristig werden Werke auch in NDS geschlossen werden müssen.

            1. Es gab die Umfrage bei Tesla, die eine Unzufriedenheit zeigte. Aber klar, die Angst um die Zukunft ist bei VW angekommen und ich sage nicht, dass die Werke ausgelastet sind, aber es kämpft jemand dafür, dass das passieren kann. Ob das klug ist, ist auch ein anderes Thema, weil die Produktion in Deutschland sehr teuer ist und Modelle dann vielleicht nicht wettbewerbsfähig sind. Wie gesagt, ich sehe das nicht nur Schwarz und Weiß.

              Was ich aber bei Tesla auch nicht sehe, ist ein Konzept für die Zukunft. Und man spielte im Vorfeld eben nach den eigenen Regeln, die IG Metall kann nicht einen Rapper für ein Konzert vor Ort buchen und Elon Musk gibt einem unabhängigen und kritischen Medium wie dem Handelsblatt kein Interview. Wenn fair gespielt wird, dann ist das ja alles prima.

              Aber was hier gerade ignoriert wird, ist mein Abschluss des Beitrags. Ich mag es etwas kritischer sehen, weil mir persönlich die Perspektive fehlte. Wie letztes Jahr auch, wo ich auch gesagt habe, dass ein Facelift für das Model Y nicht ausreicht und so ist es gewesen. Ich sage aber auch, dass Tesla jetzt Taten sprechen lassen kann. Am Ende des Jahres wird also abgerechnet und vielleicht täusche ich mich auch und wir sehen wieder gutes Wachstum und ein Werk, was wächst und (wie einst angekündigt) weiter ausgebaut wird.

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