Porsche hat „die Zeit zehn Jahre zurückgespult“

Porsche ist in eine massive Krise gerutscht und diese wird nicht nur 2026, sondern auch 2027 anhalten. Doch der neue Chef arbeitet an einem Plan für die Zukunft der Marke und will nicht nur Stellen abbauen, er will Porsche auch ganz neu aufstellen.

Porsche setzt alles auf Verbrenner

Michael Leiters fährt laut Spiegel einen anderen Kurs als Oliver Blume, denn die „freundliche Duzkultur“ in Zuffenhausen ist vorbei. Im Herbst will der Chef seinen Plan für die Zukunft vorstellen und der wirft Porsche leider sehr viele Jahre zurück.

Leiters ist der Meinung, dass Porsche in erster Linie eine „Sportwagenschmiede“ sein sollte und das mit Verbrennern. Daher wurden viele Elektro-Projekte bereits einkassiert oder weit in die Zukunft verschoben. Ein neues Luxus-SUV (K1) kommt jetzt doch als Verbrenner und ein elektrischer Panamera (G4) deutlich später.

Stattdessen will Porsche einen neuen Sportwagen über dem 911er entwickeln, der intern als „S1“ bekannt ist und auf dem 911er aufbaut. Über 500.000 Euro will die VW-Marke dafür haben und träumt schon jetzt von einer tollen Gewinnmarge.

Doch es wird, wie bei vielen Verbrenner-Projekten, noch Jahre dauern, bis wir die Früchte dieser neuen Strategie sehen. Im Herbst wird Porsche laut Quelle maximal eine Designstudie zeigen können. Der neue Porsche-Chef baut die Marke also so stark um, dass da eine Lücke im Modellportfolio vor 2030 zu finden sein wird.

Porsche hält Software für unwichtig

Außerdem hält Michael Leiters nicht viel von Software und digitalen Themen, man prüft erneut, ob man die von Rivian entwickelte Software, die für den VW-Konzern die Basis sein wird, für Verbrenner nutzen kann (was so nicht vorgesehen ist).

Intern ist man frustriert, wie der Spiegel berichtet, denn „alles fühlt sich an, als hätten wir die Zeit zehn Jahre zurückgespult“. Porsche hätte das nötige Wissen und die Möglichkeiten, um bei der Elektromobilität wieder vorne mitzumischen und sich nicht von China überholen zu lassen, aber man setzt lieber auf den Verbrenner.

Moderne Themen wie KI spielen für den Porsche CEO auch keine große Rolle, man prüft sogar, ob man sich teilweise wieder von Applied Intuition trennt. Hier werden im Silicon Valley die Fahrzeugbetriebssysteme für die autonome Zukunft entwickelt.

Und man kann das schon bei Porsche beobachten, denn der neue Taycan ist nicht moderner, Kritikpunkte wie die kleinen Displays sind weiterhin vorhanden, das lange angekündigte Apple CarPlay Ultra fehlt und stattdessen gibt es Extras, die das Auto mehr zum Verbrenner machen. Damit wird Porsche in China noch mehr verlieren.

Aber vielleicht stellt man den Taycan ja sowieso ein.

Der Abstieg von Porsche hat begonnen

Ich war nach der Ankündigung des Mission E (heute Taycan) sehr optimistisch bei Porsche und auch die anderen Projekte klangen spannend. Doch irgendwie hat man durch den massiven Einbruch in China zu viel Panik bekommen und glaubt, dass man die Vergangenheit länger ausreizen kann. Das wird aber nicht funktionieren.

Schade, ich hatte vor ein paar Jahren die Hoffnung, dass Porsche im VW-Konzern die große Vorzeigemarke für die Elektromobilität ist und ich 2026 nicht die großen Neuerungen in China sehe. Man wird den Verbrenner noch ein paar Jahre reiten können, keine Frage, aber die große Zukunft ist er, auch als Sportwagen, nicht.

Schaut man sich die Umweltkrise an, ist das logisch.

Das Learning von Porsche ist aber, dass genau dieser Antrieb, der schlecht für die Umwelt ist und auf dem größten Automarkt der Welt verschwindet, die Rettung für die Krise ist. Ach, und das mit der Software ignoriert man jetzt wohl auch nicht.

Ich bin ja gerne kritisch bei Marken wie Toyota, aber so langsam zweifle ich auch an der Zukunft von Porsche. Vielleicht war ich hier in letzter Zeit auch zu optimistisch, weil ich viele kenne, die mit Porsche (direkt oder indirekt) zu tun haben und keine 30 Fahrminuten von der Zentrale entfernt wohne. Doch das klingt gar nicht gut.


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  1. Mike 👋

    Bitte! Nach jedem Tal kommt ein Berg. Und das Tal wurde von der E-Mobilität bei Porsche eingeläutet. Der „Rückschritt“ zum Verbrenner und die Absage des E-Mists wird wieder grüne Zahlen bringen!
    Ein langjähriger Porsche Fahrer (Mobil & Verbrenner)

    1. Und warum kaufen die Menschen auch weniger Verbrenner von Porsche?

  2. Kristian 👋

    Vor 8 jahren dachte die deutsche autombil industrie: e autos in china sind das neue ding. da schneiden wir uns einen dicken teil des kuchens ab. 60% der autos werden in china verkauft, also elektrifizieren wir 60% der autos. aber das ging wegen dem jahrelangen technologie und wissenstranfers der deutschen autoindustrie nach china schief. 8 jahre später wissen wir: chinesen kaufen patriotisch. ein elektromobil ist nur 20% so kompliziert herzustellen wie ein verbrenner. der geschmack der chinesen ist nicht europäisch. die herrenmentalität von vw und konsorten in china wurde nicht vergessen. das junge volk hat sich von deutschen produkten abgewandt. das sind nur noch marken für die boomer in china. die chinesen arbeiten insgeheim an der wiedererrichtung des alten kaiserreichs= gleich weltweite dominanz, die sich wiederspiegelt in endlosen subventionen für eigene marken und der endgültigen verdrängung der europäischen industrie durch luxussteuern. gleichzeitig hat man das monopol auf die grundbestandteile der elektrotechnik (seltene erden). tja so siehts aus. in amerika verdrängt man die deutschen produkte auch a la „wenn die schon am abgrund stehen, geben wir ihnen den letzten kick“, durch zölle und so wie es aussieht der endgültigen verbannung deutscher autos vom amerikanischen markt. wegen der vernetzung deutscher und chinesischer technologie. gleich datenabfluss nach china. in europa ist der markt tot. man ist umgeben von befreundeten staaten mit eigener automobil industrie auf die man rücksicht nehmen muss, wie frankreich und italien. habe ich irgendwas vergessen?

  3. Rene 👋

    Welche Qualifikation befähigt den Autor denn darüber, den direkten Zusammenhang zwischen Abstieg und Verbrenner herzuleiten? Der Umstand, dass er „30 Minuten von der Zentrale entfernt wohnt“? Es ist doch einigermaßen ironisch, dass gar nicht erst in Betracht gezogen wird, dass Verbrenner, in einer Nische, weiterleben können, aber offenbar unbestritten ist, dass Elektroautos auch für den Luxuskäufer die ultimative Wahl sind.

    Dieser Absolutheitsanspruch erinnert mich ein bisschen an die Irrlichter die den Abstieg von Rolex kommen sahen als Apple die Apple Watch vorstellte.

    Das einzige Learning aus solchen Artikeln ist daher wohl eher, dass sich immer mehr Leute dazu befähigt sehen zu allem eine Meinung zu haben, aber wenig von den Umständen, hier im speziellen dem Luxusmarkt, zu verstehen. Vielleicht bleibt der Schuster in Zukunft bei seinen Leisten und konzentriert sich auf solche erhellenden Artikel wie der heutige „Wolverine: Hier ist der Story Trailer für den Marvel-Blockbuster

    1. Aber die Welt hat natürlich auf einen hoch qualifizierten Kommentar von einem unbekannten Nutzer gewartet, der hier noch nie vorher kommentiert hat, ist klar 😄

  4. Christian 🔆

    Porsche schafft sich ab…..

  5. UnknownUser 👋

    Absolut richtiger Weg seitens Porsche. Selbst wenn sie Absatz in China verlieren, gewinnen sie potentiell mehr Käufer in Europa und anderen, westlichen Ländern. Elektro Besitzer, die zurück zu Verbrenner wechseln, gibt es mehr als genug. und Sportwagen wie auch Supersportwagen sollten immer Verbrenner bleiben. elektrische Unterstützung durch einen E-Turbo: ertragbar. Ein E-Motor: nur wenn du das selbe auto wie alle anderen haben willst: Leise, Charakterlos, langweilig. Das einzige was ein E-Auto bietet ist die Beschleunigung. Das wars. Verbrenner sind einfach besser. Und 10 Jahre zurück bin ich dafür. Ich, an der Stelle des Kanzlers, würde aus dem Verbrenner aus Seitens Deutschland komplett aussteigen. Denn man Spart und drangsaliert die Mittelschicht und Endverbraucher, anstatt sich auf Flugzeuge, boote etc. zu fixieren, die bedeutend mehr raus hauen. Und anstatt auf Elektro zu setzen, hätte man auch Wasserstoff weiter erforschen können. Alles in allem sollten die Firmen definitiv ein Beispiel an Porsche nehmen. Die Modernisierung und Elektrifizierung von Fahrzeugen ist so schlimm, dass von der deutschen Qualitätsmarke abseits absurder Preise NICHTS mehr zu sehen ist.

    1. Ronald 🔅

      Na, schön am rumtrollen und Blödsinn erzählen? Z.B.:

      Denn man Spart und drangsaliert die Mittelschicht und Endverbraucher, anstatt sich auf Flugzeuge, boote etc. zu fixieren, die bedeutend mehr raus hauen.

      CO2-Ausstoß laut IPPC:
      Straßenverkehr (PKW, LKW, Busse) ~ 70 %
      Flugverkehr (Aviation) ~ 11–12 %
      Schiffsverkehr (Maritime Shipping) ~ 11–12 %
      Und mit 40% des Schiffverkehrs werden nur fossile Brennstoffe (Gas, Kohle, Öl) über die Weltmeere geschippert.

    2. Anton 👋

      „Selbst wenn sie Absatz in China verlieren, gewinnen sie potentiell mehr Käufer in Europa und anderen, westlichen Ländern“. Uff. Super Idee. Im Sportwagen-Segment liegt der europäische Anteil am Umsatz gerade noch bei 30%…
      Unsere Autobauer und die dazugehörigen Zulieferer haben Kapazitäten, die nur ausgelastet werden können, wenn man die Marktanteile weltweit behaupten kann. Das ist mit einer Fokussierung auf Europa nicht möglich – und das ist keine Meinung, das ist Mathematik.

    3. P45 🔅

      Ich picke aus diesem Wust von Unsinn mal beispielhaft zwei Aussagen heraus.
      „Nur was Krach macht, hat Charakter…“ (merkste selbst, oder?)
      „Wasserstoff weiter erforschen…“ Da muss nichts erforscht werden, das ist Physik und die lässt sich nicht nach den eigenen Wünschen zurechtbiegen. Der Wirkungsgrad ist fundamental schlechter als beim BEV! Nebenbei: auch mit einem Wasserstoffauto ist man elektrisch und damit laut- und charakterlos unterwegs…

    4. jay 🪴

      Sobald jemand „Wasserstoff“ schreibt, weis jeder , dass da ein komplett ahnungsloser am Werk ist

  6. P45 🔅

    Offensichtlich sind viele Entscheider in der deutschen Automobilindustrie mit der stattfindenden Disruption hoffnungslos überfordert. Gewisse Parallelen zur Wählerschaft bestimmter Parteien sind nicht zu leugnen. Bitte alles „alte“ (und vermeintliche bewährte) erhalten, solange es nur geht. Das kann nur scheitern. Schade um eine einst glanzvolle Firma.
    Den Walter Röhrl wird die neue Marschrichtung sicher freuen, aber der ist zwar ganz sicher einer der besten Autofahrer der Welt (gewesen), aber von der Marktdynamik hat er eher wenig Ahnung.
    Bleibt also leider nur, dem Abstieg von Porsche weinenden Auges zuzuschauen.

    1. UnknownUser 👋

      Verbrenner, vor allem im sport- und Supersport-Wagen Bereich sind um Welten besser als Elektro. Bau einen Elektro in den Supersportwagen und du hast einen 0815 wagen wie jeder andere auch. Elektro ist weder die Zukunft noch etwas, auf das man abzielen sollte. Mag sein dass Porsche ggf. in China an Absatz verliert. Ich gehe jedoch davon aus, dass es für andere Länder eher aufwärts geht.

      1. Dein Name ist Programm, Porsche bricht auch in anderen Ländern ein, nur in den USA geht es bergauf, der Rest der Welt fährt immer mehr elektrisch. Wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit.

  7. Frank 👋

    Ihr schreibt aus einem Spiegel-Artikel ab und verlinkt ihn nicht mal? Was soll das?

    1. Quellenangabe, wie bei vielen Medien, ganz normal.

  8. dh50@freebet de 👋

    Ich find’s prima. Die Handys auf vier Rädern kannste zur Alltagsbewältigung gut nutzen. Emotionen haste damit nach drei Ausfahrten nicht mehr, da brauchst möglichst pure Haptik und Maschinensound und ich denke das ist das Klientel welches Porsche ansprechen muss. Also gern 10 Jahre (und mehr) zurück in die Zukunft.

  9. Tim 🌟

    Für mich persönlich macht Porsche (jetzt wieder) alles richtig. Ein 911-Verbrenner ist genau das, was ich haben will. Fahrwerk= wichtig, Lenkung = wichtig, Bremsen = wichtig, Getriebe = wichtig.

    Software und KI = unwichtig. Bitte jetzt noch Rundinstrumente und normale Schalter und bin glücklich mit Chrono-Paket.

    Danke.

    1. Neuhier 🔆

      Ähmm, aber das hat doch Porsche die ganze Zeit im Portfolio gehabt!? Kauft nur anscheinend keiner mehr.

      Problem scheint eher zu sein, dass weder BEV noch(!) Verbrenner in China und USA laufen.

  10. Warpig 🎖

    Bald bauen sie wieder Traktoren.

  11. Cress 💎

    Ich muss Porsche wirklich gratulieren, die Auszeichnung der größten Inkompetenz des Jahres haben sie fast schon sicher. Die Fehler sind so massiv, praktisch in jedem Bereich… In 10 Jahren werden wir unfassbar viel darüber lachen können (/s)

    1. Jennss 🍀

      Die werden die E-Mobilität schon nicht vergessen. Sie nutzen nur das übrige Wissen von Verbrennern noch etwas aus. Komplett neu entwickelte Verbrenner kommen sicher nicht mehr, aber ein neues Design auf alter Plattform wäre einfach.

  12. Neuhier 🔆

    Nächstes Jahr wieder luftgekühlt!

    1. Jennss 🍀

      Und ohne OPF und ohne Kat. Und endlich ein V8 im 911 😁.

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