Toyota: Das „Gefühl einer Krise“ kommt auf
Toyota ist die Nummer 1 der Welt, wenn es um reine Absatzzahlen geht, aber man hat den Anschluss an neue Technologien der Automobilbranche verpasst. Sei es beim Antrieb, der Software oder Produktion. Und das spürt man im Unternehmen.
Toyota bald im Krisenmodus?
In einem neuen Interview mit NHK hat der alte Chef und Vorstandsvorsitzende Akio Toyoda verraten, dass bei Toyota langsam das „Gefühl einer Krise“ aufkommt. Von anderen Befragten im Konzern wurde diese Aussage bestätigt, ein Ingenieur gab sogar offen zu, dass er glaubt, dass man im Wettrennen mit China verlieren wird.
In China entstehen immer mehr Marken, die vor allem bei der Elektromobilität weit voraus sind und BYD will diese Chance nutzen, um in den 30ern die neue Nummer 1 zu werden. Scheint so, als ob Toyota diese Wachablösung langsam kommen sieht.
Toyota sieht Elektroautos kritisch
Diese Entwicklung kommt aber nicht überraschend, denn Toyota hat gute Konzepte für kommende Elektroautos eingestellt, man schaut, dass sich Elektroautos quasi wie ein Verbrenner anfühlen und sieht diese Technologie allgemein eher kritisch.
Man holt 2026 langsam ein bisschen auf, aber als weltweit größter Hersteller ist man noch nicht einmal in den Top 10 beim Marktanteil der Elektroautos vertreten und als Volumenmarke sogar hinter kleineren Premiummarken wie BMW zu finden.
Dabei sind nicht nur Konzerne wie BYD oder Geely das „Problem“, Toyota hat auch keine gute und reine Elektro-Plattform, wie beispielsweise Volkswagen, die zwar den ersten Platz vor ein paar Jahren an Toyota abgegeben haben, die aber bei den vollelektrischen Antrieben weit vor Toyota liegen und den Vorsprung ausbauen.
Toyota könnte eines von vielen Beispielen werden, bei denen ein Marktführer den Anschluss verpasst hat und nicht mutig genug war, als der Wandel kam. Vielleicht wird man Toyota eines Tages im gleichen Atemzug mit Nokia oder Kodak nennen.
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Das Ding bei Toyota ist auch ein Fehlschluss, den ich lange Jahre hatte. Autokonzerne waren vor dem Nokia Szenario geschützt, weil Sie einen Moat, einen Burggraben hatten. Ein tolles Auto konnten auch Studenten als Semesterarbeit bereits entwickeln. Es aber hunderttausendfach kosteneffizient zu bauen und dabei eine Qualität für 10+ Jahre zu erreichen, das war halt eine andere Stufe als bei Handies. Da haben aber jahrzentelanger Wissenstransfer und Auftragsfertiger ihr übriges getan, der Graben ist jetzt einfach zugeschüttet.
Was nützt das tolle Toyota Production System, wenn niemand mehr die Autos haben will?
Spannend wirds tatsächlich noch bei der Haltbarkeit. Alle bewundern die fantastisch hochwertigen Innenräume der neuen Chinesen. Aber wie werden die in 10 Jahren aussehen? Werden die jetzigen BEV-Marktaufmischer noch begehrte Gebrauchtwagen oder Geldgräber?
Naja, da sag ich nur, dass es in China keinen Zweitwagenmarkt gibt, die Fahrzeuge dort müssen nicht für 10 oder 20 Jahre gebaut werden, denn in China werden diese, vor allem wegen der extrem günstigen Preise und der Technikverliebtheit der Chinesen, nach 6 Jahren abgestellt.
Ich kenne den chinesischen Markt nicht, aber vermutlichlich wird da auch viel geleast. Und wer technikverliebt ist, wird auch nicht 6 Jahre an einem Auto festhalten. Vermutlich wird das also mindestens einen Gebrauchtverkauf einschließen. Und langfristig wird so ein „Verschwendungsmodell“ für China wohl auch nicht tragfähig sein.
Heißt im umkehrschluss für Deutschland, bzw. Europa aber auch: Man sollte insbesondere chinesische E-Autos entweder nur leasen oder bis zum (kurzen) bitteren Ende auffahren. Wer als Käufer hier auf Restwerte setzt, wird dann wahrscheinlich in die Röhre schauen.
Als Prognose wird sich also entweder unser Markt an kürzere, chinesische Zyklen anpassen (während wir mehr auf Sustainability setzen und kein Geld für so häufige Wechsel haben…) oder die Chinesen erleben hier gerade nur ein Strohfeuer. Oder sie schwenken halt auch auf mehr Langlebigkeit um, verlieren dadurch aber einen Teil ihres Preisvorteils.
So oder so, bleibt spannend.
Der chinesische Automarkt insbesondere BYD ist ein reines Kampfmittel, um zuerst den eigenen Markt und dann auch den Rest der Welt zu erobern. Funktionieren tuen dessen Kampfpreise jedoch ausschließlich nur mit zunehmend steigenden staatlichen Subventionen währene unmengen auf Halde produziert wurde um diese hohen Stückzahlen zu erreichen. Es bleibt jedoch eine Spirale und ein System das die Marktdurchdringung und Verdrängung der Konkurrenz zum Selbstzweck hat, jedoch mit negativer Gewinnmarge. Früher oder später wird auch die China-Blase platzen. Die Frage ist nur, wieviele nicht chinesische Authersteller bis dahin noch am Leben sein werden?