Wird 2030 das Ende für Verbrenner?

Tesla Model 3 2021 Header

Die Automobilbranche befindet sich im Wandel und das nicht erst seit 2021. Doch die Pandemie hat wie ein Katalysator gewirkt und es deutet sich an, dass die Zeit der Verbrenner bald vorbei sein wird. Es wird vermutlich kein Jahrzehnt dauern.

2030: Das mögliche Aus für Verbrenner

Letztes Jahr musste die Automobilbranche weltweit mit einem Rückgang leben, nur die Zahl der Elektroautos wuchs. Wir haben viele Ankündigungen gesehen und das Thema nahm langsam an Fahrt auf. Und auch Volkswagen schickte als ehemaliger Marktführer die lange beworbene ID-Reihe ins Rennen – mit zwei Modellen.

Volkswagen selbst bezeichnete 2020 als einen Wendepunkt für Elektromobilität und pünktlich zum Start ins neue Jahr nimmt das Thema so richtig an Fahrt auf.

Volkswagen Vw Id Id3 Elektro Header

Erst gab Jaguar bekannt, dass man ab 2025 ein elektrisches Unternehmen sein wird, dann folgte Ford, dann bestätigte Maserati, dass jedes kommende Modell auch rein elektrisch angeboten wird und heute legte auch noch Volvo nach.

Der gemeinsame Nenner: 2030. Entweder 2030, oder noch davor, will man ein rein elektrisches Unternehmen sein. Auch Mercedes-Benz denkt mittlerweile über den Schritt nach, bisher peilte man hier noch 2039 an. Das ist nicht sehr ambitioniert.

Mercedes Benz Eqa Back

Nissan will ab 2030 immerhin nur noch elektrifizierte Autos anbieten und Renault will sich zwar nicht festlegen, geht aber davon aus, dass die Euro-7-Abgasnorm der EU, die ab 2025 kommen dürfte, sowieso für ein Verbrenner-Ende sorgt.

Es gibt auch erste Länder, die in diese Richtung gehen. So wird man zum Beispiel in UK keine neuen Verbrenner mehr ab 2030 kaufen können. Norwegen will schon 2025 damit starten, andere Länder wie Frankreich peilen aber eher 2040 an.

Elektro: Nicht ob, sondern wann

Widerstand gibt es in erster Linie von Ländern und Unternehmen, die noch vom Verbrenner abhängig sind – so wie Deutschland. Es spielt aber auch keine Rolle mehr, denn der bald größte Automarkt der Welt gibt derzeit sowieso die Strategie vor: China. Der Markt wird bald größer und lukrativer als der EU-Markt sein.

Viele Autohersteller kamen 2020 auch ganz gut weg, weil es in China gut lief. Ohne den Markt wären die Zahlen für Unternehmen wie Audi sehr schlecht ausgefallen.

Audi A3 Sportback Hybrid Back

Die Frage ist mittlerweile also nicht mehr, ob sich die Elektromobilität durchsetzt, sondern nur wie schnell. Ein konkretes Datum halte ich dabei für nebensächlich, wichtig ist nur, dass sich zu viele festgelegt haben und es kein Zurück mehr gibt.

Zukunft: Und was ist mit Wasserstoff?

Jetzt wird das sicher der ein oder andere lesen und in den Kommentaren mit E-Fuels oder Wasserstoff argumentieren wollen. Möglich, dass sowas irgendwann kommt, aber im privaten Sektor spielt das vorerst keine Rolle. Zumindest nicht in diesem Jahrzehnt. Es sind aktuell keine konkreten Projekte angekündigt.

Manch ein Hersteller hält noch daran fest, aber eins sei an dieser Stelle auch ganz klar erwähnt: Eine weitere Technologie ist teuer, extrem teuer. Wer eine Plattform für Elektroautos entwickelt hat, oder sogar mehrere, der wird nicht direkt 2022 hingehen und mit Freude das Geld in eine Plattform für Wasserstoff stecken.

Bmw Elektro Auto Laden Lader

Der aktuelle Wandel mit Blick auf Dienste, Digitalisierung und Elektromobilität ist teuer genug, da hat eine weitere Technologie (kurzfristig) keine Chance. Und es ist auch vollkommen egal, welche Vorteile ein Auto mit Wasserstoff hat, wir müssen da nicht hin und her diskutieren, es ist für Volkswagen und Co. einfach zu teuer.

Wenn also die weltweit größten Autohersteller nicht in diese Richtung gehen, dann wird das vor 2030 nicht passieren. Und da sich hier immer mehr Hersteller ganz konkret festlegen, kann man mit Blick auf die Regeln der EU (übrigens nicht nur EU) durchaus sagen, dass 2030 kein gutes Jahr für Verbrenner sein wird.

Autos: Der Wandel ist angelaufen

Wird 2030 das Aus für Verbrenner sein? Vielleicht nicht, aber ich persönlich würde nicht darauf wetten, dass es sich noch lohnt diese Technologie zu entwickeln. Die steigenden CO2-Preise und die Kosten, um sowas weiterzuentwickeln, werden irgendwann dafür sorgen, dass immer mehr Unternehmen das Aus verkünden.

Mustang Mach E Gt Performance Edition Header

Bei den Smartphones ging der Wandel schneller, weil man da zur Not auch nur 500 bis 1000 Euro zahlt und es monatlich in den Vertrag packen kann. Autos sind aber eine ganz andere Dimension, daher wird das auch sicher ein Jahrzehnt dauern.

Die Unternehmen sehen das natürlich auch, sie werden also auch immer weniger in Verbrenner investieren. Der Wandel ist schon da, wir stehen nur ganz am Anfang.

Wer aber jetzt noch glaubt, dass der Fokus im Jahr 2025 weiter auf Verbrennern liegt und Elektroautos eine Nische bleiben werden, der hält an etwas fest, was unrealistisch ist. Der Markt hat sich nämlich schon längst entschieden.

Und wie oben erwähnt: Es ist zu teuer, um ein breites Portfolio an Technologien zu entwickeln, früher oder später werden sich also alle Unternehmen festlegen.

Elektromobilität: Da passiert noch viel

Und was ist mit den Nachteilen? Bei uns kann man beim Supermarkt, beim Möbelhaus und in der öffentlichen Straße schon bequem laden, viele Häuser haben ebenfalls die Option dafür und eine Wallbox ist nicht teuer. Das Ladenetz ist noch nicht gut, gar keine Frage, aber das sollte das geringste Problem sein.

Porsche Taycan Enbw Header

Und die anderen Nachteile? Schaut euch mal bitte Smartphones von 2010 an und dann ein aktuelles Modell von 2020. Wir haben schon jetzt fast 600 km Reichweite und können mit über 250 kW laden, wie sieht das dann 2030 aus? Wenn überall und an jeder Ecke eine Ladesäule sein wird? Eben, das ist nur eine Frage der Zeit.

Für sehr viele ist die Elektromobilität jetzt noch kein Thema und das ist richtig so. Muss sie auch nicht. Als ich mir 2008 ein Nokia N97 kaufte und bei einer Party kurz auf Facebook vorbeischaute, da war ich damit auch alleine. Das ist normal. Einige werden früher dabei sein, andere später. Ich hoffe nur, dass sich die Meinung bei Elektroautos in Deutschland bald ändert, da das unsere größte Industrie ist.

Und wenn wir nicht Vorreiter sind, dann sind es andere (China).

Verbrenner: Das Aus wird kommen

Was ich eigentlich sagen möchte: 2030 wird vielleicht das Aus für Verbrenner sein, vielleicht auch nicht. Vielleicht kommt es früher, vielleicht später. Wichtig ist nur, dass es kommt. Die Frage nach dem „Wann?“ spielt eigentlich keine Rolle. Je früher man als Autohersteller vorne dabei ist, desto besser ist das aber sicher.

Wobei HTC auch gezeigt hat, dass das nicht so sein muss (Android).

Ich bin jedenfalls gespannt, wer das Rennen in diesem Jahrzehnt machen wird. Kann sich Tesla zu einem Hersteller auf dem Massenmarkt etablieren und wirklich mit Volkswagen mithalten? Was ist mit BMW, die weiterhin keine Plattform für Elektroautos bauen, haben die in ein paar Jahren überhaupt noch eine Chance?

Bmw Ix3 Produktion

Was ist mit BAIC, die letztes Jahr zwei der 10 meistverkauften Elektroautos auf den Markt gebracht haben? Kennt ihr nicht? Dann hoffen wir mal, dass es so bleibt und BAIC, Geely und Co. nicht auch bald den Markt in Europa aufräumen werden.

Es wird ein extrem spannendes Jahrzehnt, in dem sich sehr viel ändert. Egal ob Elektromobilität, autonomes Fahren, Digitalisierung oder auch Sharing. Es gibt mehr als genug große Themen in der Branche und ich kann verstehen, dass auch Neulinge wie Apple, Xiaomi und Huawei diesen Markt mit Interesse verfolgen.

Google etabliert sich ja sogar so langsam auf diesem Markt.

Polestar 2 Infotainment

Es wird eine spannende Zeit und ich hoffe, dass die deutsche Autoindustrie diese Phase gut überstehen wird. Bei einigen Unternehmen bin ich mir nicht so sicher, aber das ist ein anderes Thema. Wir werden den Markt jedenfalls weiter verfolgen und ja, die Automobilbranche ist schon lange ein fester Bestandteil von mobiFlip.

Auch wir müssen flexibel sein und uns immer wieder dem Markt anpassen.

Abgesehen davon finde ich diesen Markt spannender, als den Smartphone-Markt. Ganz ehrlich: Smartphones hatten ihren Peak, da tut sich nicht mehr viel. Sie sind weiterhin relevant und werden es bleiben, aber bei den Autos liegt ein Jahrzehnt vor uns, welches alles ändern kann. Und die Elektromobilität gehört definitiv dazu.


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