Testbericht: ASUS Eee Pad Transformer

Nach den letzten Zahlen zu den täglichen Android-Aktivierungen und der derzeitigen Aufteilung des Tabletmarkts, passt es ganz gut, dass ich die letzten Wochen ein ASUS Eee Pad Transformer von notebooksbilliger zum Testen hier hatte. Das Gerät, welches mit Googles Tablet-Betriebssystem Android Honeycomb läuft, war mein persönlicher Hoffungsträger in Sachen Tablets, denn nach dem iPad ist mein Plan auf ein Android-Tablet umzusatteln.

Nur welches nehmen? Gute Frage, welche ich auch nicht aus dem Stehgreif beantworten hätte können. Ich hatte vor einer Weile das Motorola Xoom da und bei dem Gerät wurde mir schnell klar, dass ich es nicht dauerhaft bei mir einziehen lasse. Das Teil war top, das OS gefiel mir, aber das Gewicht war im Vergleich zu meinem iPad einfach kein Fortschritt.

Ich bin der typische Couch-User in Sachen Tablets, also Abends Beine hochlegen und twittern, mailen sowie surfen ist genau mein Ding. Unterwegs setzte ich so ein Gerät meist gar nicht ein, daher stört mich ein fehlendes 3G-Modul recht wenig. Beim Eee Pad Transformer ist ein solches nicht verbaut und leider habe ich auch kein Tastatur-Dock dazu, aber meine Erfahrungen mit dem Gerät an sich, will ich hier wie immer rein subjekt dennoch hinterlassen.

Erster Eindruck

Der erste Eindruck vom ASUS Eee Pad Transformer war ehrlich gesagt ernüchternd. Ich hatte das Gerät noch nicht mal eingeschalten, das fiel mir bereits die mittelmäßige Verarbeitung auf. An manchen Kanten waren minimal Klebereste zu sehen und das Schlimmste, die Rückseite gibt auf der linken hinteren Seite etwas nach innen nach. So unzufrieden ich auch mit der Software vom iPad bin, bei der Verarbeitung hat Apple die Latte extrem hochgelegt, ich habe nicht erwartet, dass ASUS da anknüpfen kann, aber hey, für 500 Euro erwarte ich zumindest ein nicht knarzendes Gerät.

Das Material des Gerätes konnte ich bereits auf der diesjährigen CeBIT befummeln und in diesem Punkt kann ich nicht viel aussetzen. Zwar fand ich das Alu vom Motorola Xoom auch geil, aber da Kunststoff nun mal leichter ist und ich gerne auf ein paar Gramm verzichten möchte, geht das vollkommen in Ordnung.

Wie viele andere Hersteller hat auch ASUS kein HDMI-Kabel beigelegt, was ich etwas schade finde. Eine microSD-Karte, welche das Gerät problemlos schluckt, ist auch nicht dabei, was bei 32 GB internem Speicher aber weniger stört.

Technische Daten

  • kapazitiver 10.1 Zoll LED Backlight WXGA (1280×800 Pixel) Touchscreen
  • NVIDIA Tegra 2 Prozessor mit jeweils 1GHz pro Kern
  • 1 GB RAM, je nach Modell 16 oder 32 GB interner Speicher
  • 5 Megapixel Kamera auf der Rückseite und 1,2 Megapixel auf der Vorderseite
  • Stereo Lautsprecher
  • mini HDMI-Anschluss, Audioanschluss und microSD-Slot
  • Übliche Sensoren
  • 680 Gramm Gewicht
  • Weitere technische Daten auf der Produktseite

Promovideo

Auch ASUS hat extra ein Werbefilmchen für das Gerät drehen lassen, welches zusätzlich den Fokus auf das Tastatur-Dock legt.

Hardware

Wie bereits erwähnt, konnte mich die allgemeine Verarbeitung nicht überzeugen, hatte man vorher kein iPad oder ähnliches, wird einem das eventuell gar nicht so stören, denn das mal ein Teil nachgibt oder knarzt kennt man ja von den meisten Notebooks sowieso. Ich persönlich denke aber wenn ich so viel Kohle auf den Tisch lege, soll das Gerät schon bombenfest verarbeitet sein. Welches Material, ob Kunststoff oder Alu, da zum Einsatz kommt, ist mir so ziemlich egal.

Das soll jetzt natürlich nicht den Eindruck erwecken, das Gerät wäre total klapprig und es ist durchaus möglich, dass hier der ein oder andere Besitzer vom Transformer mit liest und das nicht bestätigen kann, das wiederum spricht aber nur für eine bescheidene Qualitätskontrolle.

Die Tasten und die Aussparungen für die Anschlüsse sind vollkommen okay, da gibt es nichts zu bemängeln und auch das Display konnte mich voll überzeugen. Die Auflösung ist perfekt auf 10 Zoll und der Blickwinkel ohne Beanstandung. Gerade in Sachen Display war das Motorola Xoom sichtbar schlechter ausgestattet.

Der Sound aus den Stereo-Lautsprechern ist vollkommen okay, man versteht alles laut und klar, es gibt kein Kratzen, auch bei tieferen Klängen nicht. Die Ausgabe über HDMI funktioniert ohne Problem, einfach anstecken und loslegen. Kleiner Kritikpunkt wäre der Dock-Anschluss, der nur mit einem ASUS-Kabel genutzt werden kann, laden und Datenaustausch per normalem microUSB-Kabel ist da nicht drin.

Kamera

Die Kamera ist erwartungsgemäß ziemlich bescheiden. In Innenräumen rauscht sie bis zum Umfallen, im Außenbereich ist sie aber durchaus okay für einen Schnappschuss. Mir persönlich ist das vollkommen egal, da ich ein Tablet nicht zum Fotografieren nutze. Die Qualität der Frontkamera ist akzeptable, dieses Bild wurde damit gemacht.

Beispielfotos

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Unterm Strich ist das ASUS Eee Pad Transformer von der Hardware her ein solides Gerät, welches nicht all zu schwer ist und durch die breite Form gut in der Hand liegt. Der geriffelte Kunststoff fühlt sich angenehm an, ein Unibody-Gehäuse würde aber mehr Wertigkeit ausstrahlen. Für mich persönlich würde es besser passen, wenn es mindestens 100 Euro günstiger zu haben wäre.

Software

Android Honeycomb! Im Grunde genau mein Ding, auch wenn es auf dem Transformer erstmal nur inVersion 3.0 installiert war, welche deutliche Defizite aufwies. Zum Glück habe ich noch am ersten Tag das Systemupdate auf Android 3.1 erhalten und konnte somit die neueste Version testen. Es wäre jetzt etwas zu viel des Guten, wenn ich hier auf jede App, welche ich mal getestet habe eingehe, habt ihr daran Interesse, könnt ihr hier nochmal weiterlesen.

Googles Tablet-Betriebssystem bietet einiges, was ich bisher am iPad vermisst habe, das kommt aber natürlich immer auf die persönlichen Ansprüche an. Ich bin zum Beispiel kein Gamer, daher bringt mir die Auswahl an Spielen im App Store recht wenig. Generell muss ich sagen, das sich für meine leicht eingeschränkte Couchnutzung nichts bei einem Android-Tablet vermisse.

Für mich persönlich eine wichtige Sache sind die Widgets, welche ich bereits auf meinem Smartphone zu schätzen weiß. Nicht nur eine Leiste zur Energiesteuerung, oder das aktuelle Wetter kann man sich anzeigen lassen, nein, es gibt auch die Möglichkeit seinen E-Mail-Eingang oder seinen Kalender auf dem Homescreen zu legen.

Das Programmmenü erreicht man über einen Button in der rechten oberen Ecke. Von hier aus kann man dann verschiedene Apps auf den Homescreen legen.

Über ein Plus-Zeichen, welches sich auch rechts oben befindet, kann man sowohl Widgets auf den Homescreen legen, als auch Einstellungen für das Hintergrundbild tätigen.

Man liest des Öfteren mal, dass Honeycomb noch ruckeln würde, was ich in ganz wenigen Situationen bestätigen kann. Derzeit scheint es wohl so, dass dies eventuell mit einem Treiber -Problem zusammenhängen soll, welches von NVIDIA in einem der nächsten Android-Updates behoben werden sollte.

Es ist aber ganz klar zu sagen, dass dies kein klassisches Ruckeln ist, sondern eine minimale Verzögerung bei einigen Aktionen. Wenn z.B. ein Scrollen mal nicht butterweich läuft, heißt es eben nicht, dass es gleich langsamer ist. Mich hat es jedenfalls bei der täglichen Nutzung überhaupt nicht gestört.

Wie ich bereits weiter oben erwähnt habe, ist die Kamera nicht die beste, was sich vor allem dann bemerkbar macht, wenn man mit dem genialen Movie Studio mal einen Film erstellen will. Die App an sich ist klasse und erlaubt diverse Optionen, Effekte, Übergänge usw, aber wenn das Material mies ist, kann die beste App nichts draus machen.

Hier mal ein Demovideo, welche ich mit Movie Studio erstellt habe. Export im Format 720p auf mittlerer Qualität. Kann man auf deutsch gesagt in die Tonne treten.

Anhand einiger weiterer Screens möchte ich euch ein paar System-Apps näher bringen, welche von der Umsetzung her meist ziemlich gelungen sind. Hier hätten wir zum einen die Google Mail-App, welche in meinen Augen deutlich besser als auf dem iPad ist. Ich nutzte Google Mail mit mehreren Adressen und Labeln, was in diesem Fall vollständig unterstützt wird. Klasse! Aber auch die Kalender-App ist gut durchdacht und gelungen.

Auch die YouTube-App, die Galerie, welche automatisch meine Picasa-Fotos einliest und die Maps-Applikation inklusive Navigation können überzeugen. Hier gibt es keine großartigen Überraschungen, da die Googloe-Apps meist recht gut umgesetzt sind.

Der Android Market erinnert ziemlich stark an die Webversion und ist in meinen Augen etwas unübersichtlich. Man gewöhnt sich schnell daran, aber etwas mehr Struktur hätte dem Softwareshop gerade in Hinblick auf Einsteiger ganz gut getan. In den Optionen kann man sich jederzeit den belegten Speicherplatz und dessen Aufteilung ansehen.

ASUS hat neben der normalen Android-Tastatur noch Swype vorinstalliert, welche ich allerdings auf einem Tablet nicht so toll finde. Ich nutze die Standard-Tastaur, welche sich gut bedienen lässt und bin damit zufrieden.

Der Musikplayer ist mit einem schicken 3D-Effekt versehen und lässt sich komfortabel bedienen und auch die Kontaktverwaltung ist im Spaltenlayout sehr übersichtlich. Die Daten werden wie gewohnt mit dem eigenen Google-Account abgeglichen. Nettes Extra, in den Einstellungen kann man eine Funktion für Screenshots aktivieren.

Als Facebook-App nutze ich Friend Me und für Office-Aufgaben steht Polaris Office zur Verfügung, mit welchem sich auch Dokumente anlegen lassen. Für mich wichtig und gut umgesetzt ist der Twitter-Client Plume, welche die volle Breite des Tablets durch seine Spaltenansicht nutzt.

Noch hervorheben möchte ich den Browser, welcher sich durch seine Tabs astrein bedienen lässt, sehr schnell läuft und auch mit Flash keinerlei Probleme hat. Etwas blöd ist aber, dass man bei vielen Webseiten als Android-Smartphone erkannt wird, hier sollten Webmaster Abhilfe schaffen.

Unterm Strich kann ich nur sagen, was Benno beim Motorola Xoom und Oliver beim Acer Iconia Tab A500 sowie Motorola Xoom bereits erwähnt haben, Google hat mit Honeycomb ein solides Tablet-Betriebssystem geschaffen, welches aber durchaus noch Spiel nach oben hat. Ein schickes Android Ice Cream Sandwich auf dem Transformer würde sich sicher auch gut machen.

Und sonst noch?

Es gibt natürlich noch einige Dinge, welche ich jetzt nicht angesprochen habe. Ich teste ein Gerät in erster Linie nach den mir wichtigen Punkten. Daher hier noch weitere Infos zusammengefasst:

  • Das aGPS findet flink den Standort, gefühlt etwas langsamer, als bei einem Smartphone
  • System-Updates kommen OTA, welche genau folgen werden ist aber noch unklar.
  • Die Akkulaufzeit geht in Ordnung. Bei meiner persönlichen Nutzung hielt es ca. 7 Stunden und Standby ohne W-Lan über eine Woche
  • Eure Fragen in den Kommentaren…

Fazit

Mein Fazit ist auf jeden Fall durchwachsen und recht persönlich. Auf der einen Seite gibt mir Android Honeycomb mehr Möglichkeiten als iOS, was ich sehr zu schätzen weiß, auf der anderen Seite stehen im Herbst bereits Tablets der nächsten Generation in den Startlöchern, die derzeitige Geräte locker schlagen. Da ich kein Gamer bin, könnte ich getrost zugreifen, denn für meine Ansprüche reicht die Leistung allemal aus, warum das Tablet vielerorts so hochgejubelt wird, kann ich allerdings nicht nachvollziehen.

Satte 500Euro bin ich nicht bereit für das Gerät auszugeben. Mit dem optional erhältlichen Tastatur-Dock sähe das eventuell schon wieder anders aus, vor allem, weil man damit das ASUS Eee Pad Transformer noch um USB-Anschlüsse und zusätzlichen Akku erweitern könnte, da dies aber auch mit satten 150 Euro zu Buche schlägt, werde ich davon Abstand nehmen, mich über den Sommer mit meinem alten iPad hieven und dann ein Auge auf die zweite Generation der Android-Tablets werfen.

Aufgrund der eingeschränkten Auswahl und der Preise bei der Konkurrenz, kann und will ich aber nicht von dem Gerät abraten. Wer genau weiß was er will und genannte kleinere Abstriche machen kann, wird sicher zufrieden mit dem ASUS Eee Pad Transformer sein.

ASUS Eee Pad Transformer bei notebooksbilliger

PS: Danke noch mal an die Jungs von notebooksbilliger.de für das Gerät und ausdrücklich keinen Dank an die PR von ASUS, die es bis heute trotz wöchentlichen Mails und betteln nicht geschafft haben, mal ein Testgerät locker zu machen.

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