Wero bei der DKB: Keine Eile
Das europäische Zahlungssystem Wero wird wohl nicht so schnell bei der Deutschen Kreditbank AG (DKB) Einzug halten, wie es sich einige Kunden erhofft hatten.
Zahlreiche Banken machen bei Wero bereits mit, unter anderem verschiedene Fintechs, die ING oder die norisbank. Die DKB hat derzeit allerdings andere Prioritäten.
In einem aktuellen Tagesschaubeitrag zu dem europäischen Bezahldienst wird unter anderem die DKB zu ihren Wero-Plänen befragt. Diese sind dann aber doch eher ernüchternd. So heißt es:
Ob und wann Wero für uns relevant wird, bewerten wir vor dem Hintergrund unserer aktuellen strategischen Prioritäten und der geplanten technischen Weiterentwicklung.
Aktuell konzentrieren wir uns auf Maßnahmen, die für unsere Kundinnen und Kunden einen unmittelbar spürbaren Mehrwert schaffen.
– Deutsche Kreditbank
Das klingt so, als ob DKB Kunden nicht mit einem zeitnahen Start von Wero rechnen brauchen. Ich persönlich findet das nicht weiter schlimm, da ich nicht das Gefühl habe, dass man im Alltag irgendeinen Nachteil davon hat, wenn man Wero (noch) nicht nutzt. Wer aber explizit Interesse an dem Dienst hat, der muss sich in Geduld üben oder die Bank wechseln.
Hinter Wero steht die European Payments Initiative (EPI), die eine europäische Alternative für digitale Zahlungen etablieren will. Wero ermöglicht unter anderem das Senden und Empfangen von Geld zwischen Privatpersonen. Das System soll schrittweise stärker für Zahlungen im Handel ausgebaut werden. Banken, Händler und weitere Partner bilden dafür das gemeinsame Ökosystem.
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Stimmt, Prioritäten sollten sie anders setzen, damit so ein Fauxpas wie die Girocard Widerrufs Rundmail an alle Kunden am Wochenende nicht mehr vorkommt. Es gibt viel zu tun…
Schade, ich würde gerne eine europäische Alternative zu Paypal nutzen.
Aber die DKB ist mit Innovationen ja gerne mal spät / auf den letzten Drücker dran, siehe SEPA Instant Payment.
Man kann auch einfach ohne Schufa Abfrage bei Revolut ein Konto eröffnen, bevor man sein sonst hervorragendes DKB Konto wechselt und den Schufa-Score zerstört, wenn man WERO nutzen möchte…
Die Aussage der Bank ist doch solide, ehrlich und im Grunde einfach der Realität entsprechend. Wer „braucht“ Wero? Welchen Mehrwert hat Wero? Was bringt Wero dem Kunden? Was kostet im Gegenzug die technische Umsetzung? … So, oder so ähnlich geht die Bank an die Sache …
Wer braucht die DKB?
Ich zum Glück nicht.
Ich sehe den Mehrwert zu Echtzeitüberweisungen eh nicht wirklich. Einmal IBAN abtippen und dann ist die doch eh gespeichert fürs nächste Mal, vor allem egal welche Bank.
Das habe ich auch nie verstanden. Genauso wenig wie warum manche Leute lieber Geld per Paypal als per Überweisung erhalten wollen. So weit ich verstanden habe, waren Überweisungen zwischen Privatpersonen in den USA nie richtig etabliert, so dass Paypal dort ein Problem gelöst hat. Aber hier? Okay. In der Vergangenheit war es schneller. Aber jetzt? Ob man eine E-Mail-Adresse per copy und paste einfügt oder eine IBAN macht für mich keinen Unterschied. Vorteile sind aber: Es ist weder eine zusätzliche App noch ein Mittelsmann notwendig, Datenschutz bleibt im Gegensatz zu der Katastrophe bei Paypal gewahrt und das Geld ist beim Empfänger direkt auf dem Konto und nicht erst bei Paypal.
Und Wero scheint nun anzutreten, ein Problem zu lösen, das ich überhaupt nicht habe. Den Mehrwert gegenüber Sofortüberweisungen sehe ich tatsächlich auch gar nicht.
Weil der Absender bei Paypal nicht die Iban und damit die Kontodetails des Empfängers sieht
Verstehe ich nicht, was du damit meinst und was der Vorteil ist.
Gemeint ist, dass man bei PayPal und Wero dem Sender nicht so etwas sensibles wie die IBAN geben muss. Immerhin könnte man damit eine Lastschrift auslösen. Email oder Handynummer sind da etwas harmloser.
Verstehe. Nachvollziehbarer Gedanke. Im Familien- und Freundeskreis für mich allerdings eher weniger relevant. Und: Eine unautorisierte Lastschrift kann man entspannt ablehnen bzw. zurückbuchen. Die meisten Firmen drucken ihre IBAN immerhin auf ihr Briefpapier. Da ist der Datenschutzgewinn durch das möglichst-wenig-Nutzen von Paypal für mich um einige Dimensionen größer. Die Profile, die die über einen anlegen und mit hunderten Partnern teilen sind echt gruselig. (Ging glaube ich letztes Jahr durch die Medien.)
Ich habe schon ein Bankkonto aufgelöst, um dem Terror zu entgehen. Regelmäßiges Lastschrift stornieren ist kein tolles Hobby. Gruß vom Proxy.
Kann ich mir vorstellen. Wenn das allerdings das Argument von einem Freund oder Angehörigen von mir wäre, auf Paypalzahlung durch mich an ihn zu bestehen, würde ich mich fragen, was der von mir und unserer Freundschaft so denkt …
Davon abgesehen: Paypalnutzung als Datenschutzargument anzubringen ist hochgradig bizarr. Bei Wero mag das anders sein, aber mit Paypal bringt man neben den beteiligten Banken ohne große Not einen dritten Player ins Spiel, der ganz offiziell vollkommen auf die Privatsphäre und den Datenschutz seiner Nutzer scheißt.
Seit wann bzw. wie kann man denn hier Beiträge bearbeiten? Meine Nachfrage was gemeint ist wirkt jetzt etwas bescheuert … :D
Das Bearbeiten von Beiträgen ist leider weiterhin nicht möglich.
Hier sind die 4 Gründe in Kürze:
Unautorisierte Lastschriften: Risiko von unrechtmäßigen Abbuchungen, deren Rückholung Zeit und Aufwand kostet.
Identitätsdiebstahl: In Kombination mit Namen und Adresse kann die IBAN für betrügerische Verträge oder Kontoeröffnungen missbraucht werden.
Gezieltes Phishing: Echte Kontodaten machen Betrugsversuche (wie gefälschte Bank-SMS) für Sie schwerer erkennbar.
Risiko bei Datenpannen: Je weniger Unternehmen oder Personen Ihre IBAN kennen, desto geringer ist die Gefahr bei Sicherheitslecks.
Ein Sprachmodell hätten wir auch selber fragen können, dafür braucht‘s dich nicht als menschlichen Proxy.
Zum Inhalt: siehe mein Kommentar oben.
Haste aber nicht.
Zu Wero ein sehr schöner Artikel: „Wero-Aktion treibt gemeinnützigen Verein fast in den Ruin“
https://www.golem.de/news/paypal-alternative-wero-aktion-treibt-gemeinnuetzigen-verein-fast-in-den-ruin-2609-213585.html
Nichts für ungut, aber das sind die Leiden eines kleinen Bloggers in Deutschland. 😄
Die Story hatte ich recherchiert und veröffentlicht. Golem hat sie am selben Tag nach uns „gefunden“ (meine Quelle war da schon eine Woche alt). Leider Alltag für uns. https://www.mobiflip.de/wero-aktion-endet-im-chaos-schnaeppchenjaeger-sorgen-fuer-buchungsflut/
Golem hat schon lange an Qualität verloren und bei Leibe solltet ihr euch nicht an dieser Seite messen.
Das machen wir nicht und benötigen es auch nicht, weil solche Seiten extrem langsam sind und uns bei der Themenfindung so gut wie nie weiterhelfen. Umso ärgerlicher ist es, wenn sie dann unsere eigene Recherche kopieren und aufgrund ihrer Historie damit auch noch gut in den Suchmaschinen ranken. Zum Glück bekommen wir davon nur selten etwas mit, weil wir diese Seiten gar nicht verfolgen, es sei denn, ein Leser weist uns wie in diesem Fall darauf hin. 🥲