Kommentar: Ich werde die Pixel Watch 5 nur unter einer Bedingung kaufen

Mit einer Wahrscheinlichkeit von 100% wird uns auf dem Sommer-Event von Google die fünfte Generation der Pixel Watch erwarten, die wie in den letzten Jahren üblich neben den neuen Pixel-Smartphones angekündigt werden wird. Wer sich vorab die (noch) inoffiziellen Pressebilder anschauen möchte, kann das bereits tun.

Während die erste Generation der Pixel Watch noch unter einigen Kinderkrankheiten wie „sperriger Software” in Form von Wear OS und einer geringen Akkulaufzeit litt, hat sich die Kategorie der Smartwatch unter der Führung von Google inzwischen zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz zur Apple Watch entwickelt.

Es gibt genau zwei Gründe, die mehr und mehr an Bedeutung gewinnen und mich zum Kauf einer Pixel Watch bewegen. Allerdings knüpfe ich den Kauf einer Pixel Watch 5 an eine Bedingung, die Google erfüllen muss. Einerseits hat Google den Fokus auf das Betriebssystem namens Wear OS intensiviert.

Die Entwicklung des mobilen Smartwatch-Betriebssystems wurde im Juni 2014 gestartet und auf der dazugehörigen Google I/O angekündigt. Verschiedene Hersteller, darunter LG, Huawei, Sony, Asus und Motorola, sagten Wear OS offiziell den Support zu und brachten entsprechende Smartwatches auf den Markt. Später ging mit Fossil ein Schwergewicht an den Start, das dutzende Modelle der Eigenmarke sowie der Modemarken Diesel und Hilfiger veröffentlichte.

Zu Beginn gab es eine große Auswahl an Smartwatches mit Wear OS | Bildquelle: Google

Die damalige Motorola Moto 360 gefiel mir vom Design her sehr gut, gekauft habe ich sie aber schlussendlich nicht. Seither ist viel passiert: Google und Samsung sind „gefühlt“ die einzigen beiden Anbieter, die im Segment der Smartwatches mit Wear OS präsent sind. Dadurch ist die Konkurrenz so gut wie verschwunden – und der Markt wird wie gesagt von Google und Samsung dominiert.

Dabei hat Samsung seinerseits das hauseigene System TizenOS für Smartwatches komplett aufgegeben. Doch bevor es den aktuellen Stand gab, war die Entwicklung von Googles Wear OS von einigen Hindernissen, Zerwürfnissen und Neustarts geprägt.

Updates, Updates und noch mehr Updates

Die Versionshistorie von Wear OS (zuvor als Android Wear bekannt) ist nämlich beachtlich und umfasst zahlreiche Änderungen, Verbesserungen, neue Funktionen und mehrere Design-Erneuerungen: Während die ersten Versionen noch an die Android-Version „gekoppelt“ waren und somit die Bezeichnungen Android Wear 4.4W1 und 4.4W2 (angelehnt an Android 4.4 KitKat) trugen, folgte im Dezember 2014 mit der Version 1.0 (bzw. 5.0.1W wegen Android 5.0.1 Lollipop) eine neue Versionsbezeichnung für die Plattform.

In dieser Zeit wurde Android Wear recht aktiv weiterentwickelt. Funktionen wie WLAN-Unterstützung, interaktive Zifferblätter und die Einführung von Google Translate wurden nach und nach hinzugefügt und in die Plattform fest integriert. Im Februar 2017 folgte mit Version 2.0 (7.1.1 W1, aufbauend auf Android 7.1.1 Nougat) das erste Redesign mit der Designsprache „Material Design“.

Um Smartphones mit runden Displays besser zu unterstützen, wurde die Benutzeroberfläche entsprechend angepasst – der Trend zu runden Displays war geboren. Zuvor gab es auch einige Modelle im rechteckigen Format.

Mit der im Dezember 2017 veröffentlichten Version 2.6 (7.1.1W3 und 8.0.0W1) wurden die damaligen Funktionen von Android 8.0 Oreo, darunter neue Benachrichtigungsoptionen und Schnelleinstellungen auf dem Homescreen, auf die Plattform gebracht und mit den Updates auf die Versionen 2.7 (7.1.1W4 und 8.0.0W2), 2.8 (7.1.1W5 und 8.0.0W3) und zuletzt im Februar 2018 mit Version 2.9 (7.1.1W6 und 8.0.0W4) weiter verbessert.

Im März 2018 erfolgte ein Einschnitt in der Entwicklung, dessen Auswirkungen bis heute spürbar sind: Es erfolgte ein Rebranding auf Wear OS und eine Zurücksetzung auf Version 1.0.

Die nächste größere Integration von Funktionen und Anpassungen der Android-Plattform erfolgte im November 2018 mit der Version 2.2, die auf Android 9 Pie basiert und das Systemupdate auf „H MR1“ umfasste. Die Benutzeroberfläche wurde auf die sogenannten „Tiles“-Widgets umgestellt, um die Bedienung der Funktionen zu vereinfachen.

Wear OS 2.0, 3.0, 4.0 und weiter

Das wohl größte Update für die Plattform auf gleicher Software-Basis wurde im Dezember 2020 mit der Version 2.23 und dem Namen „H MR2“ veröffentlicht: Die Unterstützung für die Prozessoren Qualcomm Snapdragon Wear 4100 und 4100+ wurde offiziell freigeschaltet, der LTE-Support der Smartwatches wurde verbessert und eine um 20 % gesteigerte Performance-Leistung wurde integriert, sodass eine weitaus bessere Akkulaufzeit möglich war. Darüber hinaus gab es eine Vielzahl neuer Tiles, darunter ein Wetter-Tile. Zudem wurden eine YouTube Musik-App und weitere Funktionen von Google Fit für die Plattform hinzugefügt.

Um die Unterschiede zwischen Android und Wear OS in Bezug auf das Design zu minimieren, wurde im August 2021 Wear OS 3.0 auf Basis von Android 11 veröffentlicht. Im Zuge des Updates wurde eine neue Benutzeroberfläche integriert und etliche Funktionen und Optionen von Google Fit hinzugefügt. Ab diesem Zeitpunkt wurde Wear OS nicht mehr als „Gadget für das Smartphone“ angesehen, sondern mehr als Fitness-Gadget.

Diesen Schritt wiederholte man im Juli 2023 mit Wear OS 4.0 auf Basis von Android 13 und der Designsprache „Material You” sowie im Juli 2025 mit Wear OS 6.0 auf Basis von Android 16 und der bis heute gültigen Designsprache „Material 3 Expressive UI”. Die vielen Updates wurden von neuen Funktionen wie verbesserten AoD-Optionen, einem neuen Watchfaces-Format, offizieller Unterstützung für iPhone-Modelle und der Integration der „neuen“ Fitbit/Google Health-Plattform begleitet.

Wear OS hat sich in der Vergangenheit also immens weiterentwickelt und kann heute als stabiles und umfassendes mobiles Betriebssystem für Smartwatches angesehen werden. Die anfänglich zögerliche Weiterentwicklung durch Google wurde eingestellt – auch mit Wear OS 7 will man nicht haltmachen.

Mit Wear-Widgets soll eine neue „flexible und dynamische“ Oberfläche aufgesetzt werden. Live-Updates sollen zudem für Nachrichten in Echtzeit sorgen. Zusätzlich sollen eine verbesserte Systemmediensteuerung, Watch-Face-Formats (WFF) – die neue Plattform für die Entwicklung neuer Zifferblätter – sowie Wear-Workout-Tracker und Aufgabenautomatisierung als neue Funktionen eingeführt werden.

Das Update auf Wear OS 7, welches seit Mitte Juni für die Pixel Watch-Modelle ab der zweiten Generation erschienen ist, soll durch Gemini Intelligence und eine um bis zu 10 % verbesserte Akkulaufzeit abgerundet werden. Die Zukunft von Wear OS ist also in sicheren Händen.

Die Prozessor-Frage für Wear OS-Smartwatches

Ein weiterer Grund für meine Offenheit gegenüber dem Kauf einer Smartwatch mit Wear OS ist die Verwendung eines Snapdragon-Prozessors von Qualcomm, der in den letzten Jahren eine enorme technische Weiterentwicklung erfahren hat.

Die ersten Prozessoren mit den Produktbezeichnungen Wear 1100 und Wear 1200 aus den Jahren 2016 und 2017 waren zwar der Grundstein für die Entwicklung, litten jedoch unter technischer Trägheit und einer schlechten Akkuleistung. Ein tägliches Aufladen war nicht nur empfehlenswert, sondern auch notwendig, wenn man die Smartwatch auch zu später Stunde noch verwenden wollte.

Auch die späteren Modellentwicklungen mit Wear 2100, Wear 2500 und Wear 3100 sowie die beiden parallel angekündigten Modelle Wear 4100 und Wear 4100+ punkteten zwar mit besserer Performance, die Akkulaufzeit war aber stets der Schwachpunkt der Smartwatches.

Erst mit der Einführung des W5 Gen 1 und W5+ Gen 1 (und deren Nachfolgern Snapdragon W5 Gen 2 und Snapdragon W5+ Gen 2) im Jahr 2022 und dem damit eingeführten neuen Fertigungsprozess in 4nm gelang es die Pixel Watch mit einer guten Akkulaufzeit auf den Markt zu bringen, die auch mal zwei Tage ohne Aufladen durchhält. Doch damit nicht genug.

Größter Prozessor-Leistungssprung seit Bestehen der Wear-Modellreihe

In diesem Jahr soll mit Snapdragon Wear Elite von Qualcomm die Plattform auf ein neues Level gebracht werden: Die Wearable-Plattform mit integrierter KI kann künstliche Intelligenz direkt auf dem Gerät ausführen. Ein wesentlicher Vorteil ist, dass die Verarbeitung ganz ohne ständige Verbindung zur Cloud erfolgen soll.

Dafür sorgt eine leistungsstarke NPU mit bis zu 12 TOPS, die sogar große KI-Modelle mit bis zu zwei Milliarden Parametern unterstützt. Gleichzeitig arbeitet der Prozessor deutlich schneller: Die CPU ist bis zu fünfmal leistungsfähiger und die GPU bis zu siebenmal schneller als der Vorgängerprozessor W5 Gen 2.

Snapdragon Wear Elite – Mächtig viel Power für kommende Smartwatches | Bildquelle: Qualcomm

Durch den erstmals eingesetzten 3nm-Fertigungsprozess verbraucht das System weniger Strom und bietet laut Qualcomm bis zu 30% mehr Akkulaufzeit. Eine längere Akkulaufzeit wird wohl ein wesentlicher Punkt für die zukünftige Wear OS-Plattform sein, da Google, wie weiter oben bereits erwähnt, durch Systemoptimierungen zusätzlich eine um 10% bessere Akkulaufzeit umsetzen will. Der Fokus scheint klar auf einer höheren Akkulaufzeit zu liegen.

Der Akku soll zudem in weniger als 10 Minuten bis zu 50 % aufgeladen werden können. Das ist besonders für eine Smartwatch ein wichtiger Punkt. Ob im Büro, im Auto oder unter der Dusche: Zehn Minuten Zeit lassen sich immer finden.

Für eine stabile Verbindung unterstützt die Plattform die üblichen modernen Funkstandards 5G, WLAN, Bluetooth 6.0 und GPS. Laut Qualcomm kann die KI noch intelligenter reagieren, und zwar aufgrund von mehr als 50 Sensoren, die dabei helfen, Bewegungen, die Umgebung und andere Daten besser zu erkennen. Das Zusammenspiel mit Google Fit und Gemini Intelligence scheint durchaus sehr wichtig zu sein.

Während Wear OS 7 auf der kommenden Pixel Watch 5 wahrscheinlich bereits ab Werk vorinstalliert ist, ist die Wahl des Prozessors für die nächste Generation der Smartwatch noch nicht offiziell geklärt. Zwar nennt Qualcomm Google bei der offiziellen Vorstellung des Snapdragon Wear Elite als Partner, die offizielle Bestätigung wird aber wohl erst bei der Vorstellung erfolgen.

Leider sieht es laut Leaks auch so aus, als würde Google bei der kommenden Pixel Watch 5 erneut den Prozessor der Pixel Watch 4 verwenden. Schade – und zugleich eine verpasste Chance. Die Konkurrenz aus dem Hause Samsung verwendet nämlich schon den neuen Prozessor in den Modellen Galaxy Watch 9 und Galaxy Watch Ultra 2.

Warum habe ich bislang keine Pixel-Smartwatch gekauft?

Zusammenfassend lässt sich also festhalten: Wear OS wird aktiv weiterentwickelt, es werden stetig neue Funktionen hinzugefügt und die Plattform wirkt allgemein stabil und zukunftssicher. Auch hinsichtlich der Hardware kann man positiv in die Zukunft blicken. Es gibt jedoch einen Punkt, der mir bislang einen Strich durch die Rechnung macht, wenn es darum geht mir eine Pixel Watch zuzulegen – und zwar der lediglich dreijährige Update-Supportzeitraum.

Sowohl die Pixel Watch als auch die Pixel Watch 2, die Pixel Watch 3 und die aktuelle Pixel Watch 4 erhalten drei Jahre lang Updates in Form von Plattformupdates für Wear OS, Sicherheitsupdates und Feature Drops. Seit mehreren Jahren hoffe ich auf eine Verlängerung des Update-Supports, werde aber immer wieder enttäuscht.

Auch die Pixel Wach 4 erhält nur drei Jahre Updates | Bildquelle: Google

Mir ist durchaus bewusst, dass eine Smartwatch von welchem Hersteller auch immer nie endlosen Support für Updates erhalten wird. Ich persönlich halte aber eine gute Update-Versorgung für einen der wichtigsten Kaufgründe heutzutage und drei Jahre sind mir da einfach zu wenig, zumal ich eine Pixel Watch auch länger als drei Jahre verwenden möchte.

Eine ungeschützte Sicherheitslage nach dem Supportende möchte ich nicht riskieren, auch wenn mir die Wahrscheinlichkeit eines persönlichen Hacks bewusst ist und ein solcher Angriff sehr unwahrscheinlich ist. Angriffe auf Smartwatches haben bislang noch nicht für großes Aufsehen gesorgt, sind aber dennoch nicht zu vernachlässigen.

Für mich sind neben den reinen Sicherheitsupdates auch die Funktionserweiterungen durch die Pixel Feature Drops sowie die allgemeinen Verbesserungen relevant, die in Form von Updates für die Wear-Plattform veröffentlicht werden. Diese Updates erscheinen seit März 2025 nicht mehr monatlich, sondern quartalsweise. In den letzten Jahren wurde ich von Google, Samsung und mehr mit der Garantie eines siebenjährigen Update-Supportzeitraums für Smartphones einfach zu sehr verwöhnt – Wear OS sollte folgen meiner Meinung nach.

Samsung bietet für seine Galaxy Watch-Modelle zudem auch drei bis fünf Jahre lang Updates an. So wurde Ende Dezember letzten Jahres One UI 8 Watch für die 2021 auf den Markt gekommene Modellreihe Galaxy Watch 4 offiziell ausgerollt – auch wenn die Version von Wear OS gleich bleibt und Samsung „nur“ seine Benutzeroberfläche One UI Watch aktualisiert. Bei der aktuellen Generation, die aus der Galaxy Watch 9 und der Galaxy Watch Ultra 2 besteht, kündigt man zudem offiziell einen Update-Supportzeitraum von fünf Jahren an. Google sollte daher meiner Meinung nach nachziehen.

Die Reparierbarkeit wurde erheblich verbessert

Google möchte zudem nicht, dass man die Smartwatch gar nach dem Support-Ende entsorgen muss. Das Unternehmen hat nämlich in Sachen Reparierbarkeit erhebliche Fortschritte erzielt. In Zusammenarbeit mit iFixit bietet Google die Displayeinheit, die Kabelhalterung, separate Schrauben, den Vibrationsmotor und den austauschbaren Akku als Original-Ersatzteile an. So können bei eventuellen technischen Problemen die internen Komponenten problemlos ausgetauscht werden, um die Smartwatch über einen längeren Zeitraum nutzen zu können.

Die Reparatur einer Pixel Watch 4 ist durchaus möglich | Bildquelle: Google

Google hat diesem Aspekt einen ausführlichen Blogeintrag gewidmet, in dem die Bedeutung der Reparierbarkeit und weitere interessante Details, wie der Verzicht auf Klebstoff bei der Rückplatte und die einfache Verschraubung mit nur zwei T2-Schrauben, thematisiert werden. Zudem wurde darauf hingewiesen, dass entsprechende Handbücher für die Reparatur bereitgestellt werden.

Betrachtet man alle Aspekte, fehlt das berühmte letzte Puzzleteil: Mit einer Verlängerung und Ausweitung des Update-Supportzeitraums auf fünf oder gar sieben Jahre hätte das Unternehmen Google das Zepter in der Hand.

So könnte man sich gegenüber der Apple Watch in eine weit bessere Position bringen, zumal Apple zuletzt viel Kritik für die Update-Versorgung von watchOS einstecken musste. Und auch die Nutzer würden einen längeren Update-Supportzeitraum dankend annehmen. Für mich persönlich würde das den Kauf der Pixel Watch 5 bedeuten.


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  1. Commander Cat 🌟

    Kommentar: Ich werde keine Smartwatch mit einer Akkulaufzeit von unter mindestens 7 Tagen kaufen.

  2. Marko 🏅

    Erste Tests der Galaxy Watch 9 werden zeigen, ob die Wahl des älteren Prozessors ggf. einen Grund hat.
    Generell finde ich die Pixel Watch schon schick und auch das mittlerweile schnelle laden ist ein Pluspunkt. Aber davon ab das ich im Grunde keine richtig intelligente Uhr brauche, macht mir dir die Widerstandsfähigkeit etwas sorgen. Das Glas erscheint mir sehr anfällig, aufgrund der Form. Für die kommende Generationen wäre Saphirglas ganz nett, sofern das bei der Bauform überhaupt möglich ist.

  3. peter 👋

    Wow. Ein sehr umfangreicher und detaillierter Artikel und mit nachvollziehbaren Argumenten. Solche Artikel werden selten gewürdigt. Dafür kriegt der Verfasser ein Daumen hoch. 😊👍

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