• Huawei Mate 30 Pro wohl noch ohne Android-Lizenz

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    Huawei wird am 19. September das Mate 30 und Mate 30 Pro vorstellen und man hat sich für ein Event in München entschieden. Das Event findet in wenigen Tagen statt, doch abgesehen von einem verpixelten Pressebild und den heutigen Render-Bildern gab es bisher keine Leaks mit Bildmaterial vom Mate 30 (Pro).

    Das ist eher ungewöhnlich, aber die Partner und Shop wurden wohl noch nicht mit Materialien versorgt. Es ist noch unklar, wann der Verkauf starten wird.

    Huawei Mate 30 Pro ohne Google-Apps

    Laut The Information hat Huawei zum aktuellen Zeitpunkt auch noch keine Lösung für das aktuelle Problem gefunden: Man darf die Mate-Reihe nicht mit Apps von Google anbieten. Android ist Open Source, man müsste also nicht auf Android verzichten, aber ohne Google-Dienste wird es außerhalb von China schwierig.

    Anmerkung: Wenn wir über eine „Android-Lizenz“ sprechen, dann ist damit die Lizenz für die Apps und den Support von Google gemeint. Diese muss man sich bei Google holen, bevor man Smartphones mit Google-Apps verkauft.

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    Huawei Mate 30 Pro Leak

    Mitarbeiter von Huawei sind aktuell noch damit beschäftigt eine Lösung für die fehlenden Google-Apps zu finden, so eine interne Quelle. Man hat übrigens auch erfahren, dass es mal einen Plan für Sailfish OS gab, doch statt dem Aufbau einer Alternative entschied sich Huawei enger mit Google zusammenzuarbeiten.

    Es gab sogar mal einen Plan, um Google Fotos in China an den Start zu bringen. Google möchte unbedingt auf dem Markt in China vertreten sein und hat in Huawei eine Chance gesehen, um gewisse Dienste dort zu launchen.

    Huawei: HarmonyOS ist noch nicht bereit

    Huawei hat in den letzten Jahren viel selbst entwickelt, unter anderem die Chips von HiSilicon (Kirin-SoCs) und man bekam hier auch die Unterstützung von China, denn Huawei ist ein Paradebeispiel beim „Made in China 2025″-Plan.

    HarmonyOS, das eigene OS von Huawei, ist aber noch nicht bereit für die große Bühne. Vermutlich auch einer der Gründe, warum wir es noch nicht auf einem Smartphone gesehen haben. Huawei hat es aber auch nicht als Alternative zu Android entwickelt, der ursprüngliche Plan lautete anders.

    HarmonyOS sollte ein OS für Wearables, Kühlschränke und Co. werden. Doch mittlerweile spricht Huawei auch von einem Einsatz auf Smartphones.

    Huawei: Enge Partnerschaft mit Google

    Doch ein OS kann man nicht so leicht wechseln, das Modell mit Windows Phone kam beispielsweise nie gut an. Huawei hat sich also auch in eine gewisse Abhängigkeit von Android begeben, da es keine Alternativen gab.

    Yu, a top Huawei executive who sits on the company’s board, had strong faith in Google. His view was that alternatives to Android and other Google services wouldn’t be necessary unless they could provide users with better performance and experiences than those from Google products, a Huawei manager who has worked with Yu said.

    Die enge Partnerschaft zwischen Google und Huawei fing übrigens im Jahr 2015 an, als man gemeinsam am Nexus 6P arbeitete und Google sogar knapp 100 Mitarbeitern von Huawei einen Platz auf dem Campus von Google freiräumte.

    Huawei: Überrascht von zwei Ereignissen

    Mittlerweile sieht das anders aus, denn zwei Ereignisse rüttelten Huawei wach: Der Bann von ZTE und die Festnahme von Meng Wanzhou, die auch die älteste Tochter des Gründers Ren Zhengfei ist. Seit dem sieht man die Verbindung mit US-Unternehmen nicht mehr so locker heißt es.

    The sanctions against ZTE and Meng’s arrest created a sense of urgency at Huawei. It began to stockpile chips and other components from U.S. suppliers to prepare for an emergency scenario. The Chinese government ramped up its efforts to support the country’s homegrown alternatives to American technologies. In late 2018, Huawei began to accelerate the development of its in-house operating system by allocating more money and engineers to the project, according to a Huawei manager.

    Doch bis zum Eintrag auf die schwarze Liste sah keiner eine wirkliche Gefahr in der engen Partnerschaft. Man bereitete sich vor, rechnete aber auch nicht so wirklich damit, dass der Ernstfall in diesem Ausmaß eintreffen könnte.

    Huawei und Google arbeiteten sogar an einem smarten Speaker mit dem Google Assistant, den man auf der IFA 2019 vorstellen wollte. Dieses Projekt musste man dann im Mai einstellen, damit gerechnet hat aber niemand von beiden.

    Huawei: Das zweite Halbjahr wird spannend

    Die große Frage, die sich Google und Huawei derzeit stellen: Wird es einen Weg geben, wie sie die kommenden Mate-Modelle mit einer Android-Lizenz versehen können? Das wäre jedenfalls Prunkt Nummer 1, das Problem ist danach noch nicht aus der Welt, denn Huawei hat sicher weitere Smartphones geplant.

    Das erste Halbjahr lief gut für Huawei und der Eintrag auf die schwarze Liste hatte dank eines hervorragenden ersten Quartals und dem Support aus China im zweiten Quartal keinen großen Einfluss auf den Umsatz und die Verkaufszahlen.

    Doch das könnte sich im zweiten Halbjahr ändern, das hat auch schon Huawei selbst intern bestätigt. Man befindet sich nun in einem Kampfmodus und die nächsten Monate werden zeigen, ob Huawei diese Krise übersteht.

    Besitzer mit einem aktuellen Huawei-Smartphone müssen sich übrigens noch keine Gedanken machen, denn die Frist wurde vor ein paar Tagen erst verlängert.

    Huawei: Die Zukunft wird spannend

    Das werden sehr spannende Monate und Jahre für Huawei. Das habe ich schon letztes Jahr gesagt, aber da war ich eher gespannt, ob man Samsung vom Thron stoßen kann. Jetzt bin ich gespannt, wie sich die Krise in diesem Jahr und 2020 auswirkt und vor allem: Was wird Huawei langfristig ändern?

    Ich bin mir sicher, dass im Sommer interne Entscheidungen getroffen wurden, die wir erst in zwei bis drei Jahren sehen werden. Huawei und anderen Hersteller aus China (Oppo, Vivo, Xiaomi, …) werden die aktuellen Ereignisse mit Sicherheit nicht einfach so hinnehmen. Ich vermute, dass wir 2020 und 2021 eine neue Unabhängigkeit der Unternehmen aus China erleben werden.

    Huawei P30 Pro Farben

    Huawei P30 Pro in allen Farben

    Am Ende schadet Donald Trump kurzfristig Huawei, aber langfristig wird der US-Markt unter dem Handelskrieg mit China leiden. Es war keine besonders kluge Entscheidung diesen Weg ohne Beweise zu gehen, aber kluge Entscheidungen kann man vom aktuellen US-Präsidenten vermutlich nicht mehr erwarten.

    In den nächsten Tagen hat Huawei zwei große Keynotes geplant und es geht diese Woche mit der IFA-Keynote los, auf der wir den Kirin 990 sehen werden. Ich bin mal gespannt, ob Richard Yu das Event für ein paar Worte zur aktuellen Situation nutzen wird. Bisher äußerte sich Huawei nur in Interviews.

    Huawei: Konflikt mit US-Regierung wird lange dauern

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    Huawei rechnet damit, dass sich die aktuelle Situation mit den USA nicht in den kommenden Tagen oder Wochen erledigt hat, das wird lange dauern. Der Konflikt wird nicht so schnell zu Ende sein und man rechnet bei Huawei aktuell damit,…3. September 2019 JETZT LESEN →

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