Als Apple eine neue Generation von CarPlay ankündigte, die noch deutlich tiefer in das Autos eingreifen kann, waren viele Logos von Automarken zu sehen. Doch mit der Zeit wurde klar, dass man das folgende Bild etwas zu früh veröffentlicht hat:

Carplay 2022 Ios 16

Fast vier Jahre nach der Ankündigung sieht die Lage rund um Apple CarPlay Ultra schlecht aus, sehr schlecht. Nur eine Marke bietet diese Version bisher an, und das ist Aston Martin. Man muss also schon sehr tief in den Geldbeutel dafür schauen:

Porsche verzichtet auf Apple CarPlay Ultra

Ein Porsche ist zwar auch kein Schnäppchen, aber man war vor knapp zwei Jahren bei einer exklusiven Preview für Apple CarPlay Ultra neben Aston Martin dabei. Wo bleibt die neue Version also bei Porsche? Das neue CarPlay ist kein Thema mehr.

Ich teste gerade wieder den elektrischen Macan, der mit der ganz neuen Plattform (PPE) entstanden ist und das in der aktualisierten Version für 2026, bei der Porsche die Software optimiert hat. Apple CarPlay Ultra ist hier allerdings nicht zu finden.

Beim neuen Flaggschiff (dem elektrischen Cayenne, der bald ansteht) sieht es nicht anders aus, auch da bietet Porsche kein Apple CarPlay Ultra an. Und wenn nicht in den beiden SUVs mit vielen Displays, wo dann? Richtig, der Plan liegt jetzt auf Eis.

Wie uns Porsche auf Nachfrage mitgeteilt hat, befindet man sich zwar weiterhin im Kontakt mit Apple, bietet CarPlay Ultra aber aktuell nicht an. Wird sich das wieder ändern? Unklar, auf absehbare Zeit würde ich bei Porsche nicht damit rechnen.

Im Jahr 2023 haben wir Pläne angekündigt, die Unterstützung für die nächste Generation von CarPlay hinzuzufügen. Wir stehen weiterhin in engem und gutem Kontakt mit Apple und prüfen die nächsten Schritte, aber wir sprechen nicht im Detail über zukünftige Projekte. Derzeit bieten wir Apple CarPlay Ultra jedoch nicht in unseren Fahrzeugen an.

Apple findet kaum Partner für CarPlay Ultra

Marken wie Mercedes haben sich mittlerweile auch umentschieden und setzen hier nicht mehr auf Apple, sondern (zu einem Teil) auf Android Automotive. Wie auch BMW, die eigentlich immer ein sehr enger Partner von Apple waren und bei neuen Dingen wie dem CarKey zu den ersten Marken gehörten, die mit Apple arbeiteten.

Audi, Volvo, Renault, Ford, Polestar, keine der Marken von 2022 hat bisher auch nur ein Detail zu Apple CarPlay Ultra verraten und auch wenn im April der Hyundai Ioniq 3 ansteht, der das neue CarPlay vielleicht unterstützt, so sieht es sehr schlecht aus.

Gescheitert ist Apple CarPlay Ultra zwar nicht, aber von den 14 Marken, die dabei sein sollten, hat bisher nur eine Marke geliefert, und das auch nicht 2023, wie es eigentlich geplant war, sondern 2025. Apple hat nicht nur das KI-Wettrennen gegen Google verloren (und kauft deren Technik ein), auch im Auto ist man abgeschlagen.

Da Apple doch kein eigenes Auto auf den Markt bringen wird, hätte man mit Apple CarPlay Ultra dennoch ein Zeichen setzen können. Stattdessen überlässt Apple hier Android Automotive das Feld. Ein strategischer Fehler von Tim Cook, wie ich finde.


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  1. Marc-Oliver Schmidt 🏅

    Der Grund ist eigentlich relativ simpel. Bei der Apple Lösung begeben sich die Autohersteller in eine tiefe Abhängigkeit. Sie dürfen weder ihren eigenen Store Implementieren, noch den Code komplett anpassen.

    Android Automotive ist dagegen ein offenes System. Hersteller (wie z. B. BMW bei den neuesten Modellen oder Volkswagen/Cariad) können nur den Unterbau von Android nutzen, aber die Google-Dienste weglassen.

  2. Enes ☀️

    Wie oft muss noch etwas scheitern, bis Tim Cook abgesetzt wird?

  3. DS 👋

    So ist es, wenn Gier regiert.

  4. Christian 🔆

    Apple hätte CarPlay Ultra als „Stand Alone“ System anbieten müssen/sollen ähnlich Android Automotive.

    Und….man hätte die Kontrolle abgegeben müssen. Apple steht sich da nur selber im Weg.

    1. Neuhier 🔅

      Und warum sollte man es verkaufen wenn man „die Kontrolle abgeben“ sollte?
      Um dann als Conti oder Bosch Tier1 mit mini Marge zu enden?

      1. Enes ☀️

        Beim aktuellen CarPlay ist es nachvollziehbar, dass es nur in Verbindung mit dem iPhone funktioniert.
        Bei dem neuen Modell hätte es jedoch Sinn gemacht, es als Standalone-System anzubieten. Es ist für die Hersteller einfach ein zu großer Entwicklungsaufwand, ein System zu implementieren, das nur von einem gewissen Kreis an Nutzern genutzt werden kann, und zusätzlich ein anderes Multimediasystem (Android Automotive), das Standalone läuft, einzubauen. Mit einer Standalone-Version wäre es für die Hersteller eine Entweder-oder-Entscheidung und man könnte, nach dem Scheitern des eigenen Fahrzeugs, Fuß in der Automobilbranche fassen.

    2. Marc-Oliver Schmidt 🏅

      Android Automotive ist nicht nur stand alone, sondern zugleich ist es auch Open Source und selbst die Google Dienste müssen nicht integriert werden. Die Hersteller können es komplett auf ihr System anpassen.

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