Google Home Test

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Google verkauft seit heute den smarten Home-Lautsprecher in Deutschland und wir haben uns die deutsche Version für einen Testbericht angeschaut.

Vor über einem Jahr präsentierte Google den smarten Lautsprecher Home. Bis zum Marktstart dauert es dann aber eine ganze Weile. Als Google das Pixel präsentierte gab man auch den US-Start bekannt. Dann wurde es ruhig. Im Frühjahr meldete sich Google dann langsam zurück. Erst Großbritannien, letzte Woche Frankreich und ab heute auch Deutschland. Das Ziel mit dem ersten Halbjahr wurde knapp verfehlt.

Doch was ist Google Home eigentlich? Es handelt sich dabei um einen Lautsprecher, der einen digitalen Assistenten namens Google Assistant integriert hat. Der Dienst debütierte letztes Jahr zusammen mit dem Pixel und wird also schon einigen Lesern bekannt sein. Seit März verteilt ihn Google auch für anderen Android-Modelle.

Google Home Test5

Der Lautsprecher kann über ein „Ok Google“ aktiviert werden und hört dann zu. Er versteht dann Befehle wie „Starte meine Spotify-Playlist Favoriten“ und „Starte den Timer für 5 Minuten“. Eine Übersicht mit möglichen Fragen liefert Google.

Der Assistant wird allerdings ständig erweitert und lernt dazu. Wir befinden uns noch ganz am Anfang der Entwicklung von digitalen Assistenten.

Man kann auf Wunsch außerdem auch Dienste wie Spotify, Netflix und TuneIn mit dem Assistant verknüpfen. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit für einige Smart Home-Geräte, wie zum Beispiel die Philips Hue Lampen. Auch hier wird das Angebot ständig erweitert und kann zum Zeitpunkt des Artikels schon anders aussehen.

Google Home: Test als Video

Ihr könnt euch diesen Test auch als Video anschauen und seht Google Home dort auch in Aktion. Falls euch das nicht interessiert, dann geht es darunter weiter.

Es würde mich freuen, wenn ihr dem Video bei YouTube einen Daumen hoch gebt und bei Interesse unseren Kanal abonniert. Natürlich nur, wenn euch das Video gefallen hat. Damit erkennt YouTube, dass es kein Clickbait ist.

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Google Home: Der erste Kontakt

Die Installation von Google Home ist kinderleicht. Gadget auspacken, an den Strom hängen, passende App für Android und/oder iOS herunterladen und über diese den Lautsprecher einrichten. Das dauerte bei mir keine 5 Minuten.

Das Design von Google Home gefällt mir gut. Der kleine Lautsprecher ist optisch durchaus gelungen und sehr dezent. Er sieht schon fast wie Dekoration aus und das war auch das Ziel von Google. Leider gibt es Google Home nur in Weiß. Ich bin ein Freund von schwarzen Gadgets und hätte mir hier noch eine weitere Option für Home gewünscht. Die graue Basis kann jedoch gewechselt werden.

Google bietet diverse Basis-Einheiten über den eigenen Store an. Im Moment sind diese aber nur als „demnächst verfügbar“ gelistet. Für eine Basis werden, je nach Material und Farbe, in den USA entweder 20 oder 40 Dollar fällig. Das ist nicht gerade günstig, lässt jedoch auch Raum für Kreativität.

Optisch gefällt mir Google Home jedenfalls eine ganze Ecke besser, als die Echo-Produkte von Amazon. Der große Echo dürfte auch der härteste Konkurrent sein, denn beide kosten in etwa gleich viel. Der Amazon Echo besitzt eine UVP von 170 Euro, doch es gibt/gab bereits viele Aktionen. Google Home kostet 150 Euro.

Was bei Google aber fehlt: Eine günstige Option wie der Amazon Echo Dot. Doch darauf möchte ich später in diesem Artikel noch einmal genauer eingehen.

Google Home Test4

Google Home: Solider Sound

Eine der Kernfunktionen von Google Home ist natürlich der Sound. Es ist zwar in erster Linie ein smarter Lautsprecher, aber es ist eben ein Lautsprecher.

Der Sound gefällt mir persönlich ganz gut. Der Bass ist zwar nicht so gut, aber das kleine Gadget kann für seine Größe ganz schön laut sein. Ich glaube keiner wird sich einen Google Home-Lautsprecher als Haupt-Soundsystem ins Wohnzimmer stellen, doch für Radio und Co im Büro ist der Sound durchaus ausreichend.

Google Home Test1

Wer Google Home und den Google Assistant mit einem guten Soundsystem im Haus verknüpfen möchte, der besorgt sich einen Chromecast Audio für 40 Euro. Den steckt man in die Box und kann diese dann als Ausgabegerät mit Home steuern.

Ich habe Google Home überwiegend im Büro getestet und war dort zufrieden. Für das Wohnzimmer würde mir der Sound aber nicht ausreichen. Da reicht mir jedoch auch kein Echo und ich bin mal gespannt, ob ein HomePod die Qualität liefern wird, die Apple verspricht. Doch das ist dann ein Thema für 2018.

Google Home: Die Steuerung

Die zentrale Steuerung von Google Home läuft über Sprachbefehle ab. Mit „Ok Google“ fängt es immer an. Und ja, Google Home hört euch immer zu.

Wer jetzt direkt paranoid wird, der sollte sich die 150 Euro sparen. Vermutlich wird 2017 aber kaum jemand in einem Technik-Blog mit diesem Argument kommen. Ich wollte es aber erwähnt haben, bevor in den Kommentaren die Diskussion losgeht.

PS: Man kann das Mikrofon manuell mit einer Taste auf der Rückseite deaktivieren.

Google Home Test6

Das mit der Spracheingabe funktioniert einwandfrei. Im Video könnt ihr euch das auch anschauen. Wenn ich mal etwas weiter stehe und nicht davor sitze, dann muss ich ein bisschen lauter sprechen. Doch das ist nur logisch.

Das mit der Spracheingabe kann aber ab und an auch nervig sein, zum Beispiel wenn man mal ein bisschen lauter oder leiser machen möchte. Da muss man dann schon ein paar Mal „Ok Google, mache lauter“ rufen. Es gibt daher ein Touch-Feld auf der oberen Seite. Mit einer Kreisbewegung kann man hier auch lauter und leiser machen – und auch die Musik mit einem Tippen pausieren.

Die Eingabe ist aber, abgesehen von der Sprache, minimalistisch. Das ist so gewollt, denn Google Home ist ein Gadget, welches für die Benutzung ohne die Hände entwickelt wurde. Hier kann der Lautsprecher definitiv punkten.

Google Home: Was macht man nun damit?

Bei diesem Punkt wird es schwierig. Ich habe Google Home in der Testphase für diverse Dinge genutzt. Radio, Musik von Spotify, Wetter, Kalendereinträge, ToDos, Timer und mehr. Einen Chromecast am TV benötige ich nicht, funktioniert aber gut.

Was ich super finde: Chromecast Audio. Damit kann jede Box direkt mit Home und dem Google Assistant gesteuert werden. Für 40 Euro kann die teure Soundanlage somit schnell „smart“ gemacht werden.

Mein Haus ist leider noch nicht so extrem smart, wie ich es irgendwann gerne mal hätte. Aber ich fange langsam an und konnte mit Google Home zum Beispiel das Licht über Philips Hue steuern. Es fehlen noch viele Dienste, aber es kommen auch immer mehr dazu. Wer jetzt bei Gadgets wie Home und Echo einsteigt, der wird in den kommenden Monaten eine spannende Entwicklung miterleben.

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Ich persönlich möchte diese Entwicklung verfolgen und muss auch gestehen, dass ein „Ok Google, schalte das Licht mit einem hellen Blau im Büro ein“ eine Funktion ist, an die man sich sehr schnell gewöhnen kann. Braucht man sowas? Natürlich nicht. Will man sowas als Technik-Fan im Jahr 2017 haben? Auf jeden Fall.

Google Home ist ein Spaß-Produkt für mich. In 2-3 Jahren werden solche Gadgets glaube ich Standard in den Wohnungen sein, doch ich möchte die Entwicklung bis dahin verfolgen und als Early Adopter dabei sein. So wirklich Early ist der Status allerdings gar nicht mehr, denn die Auswahl an Möglichkeiten ist schon jetzt groß.

2018 wird glaube ich der Durchbruch, auch dank des Apple HomePod.

Um auf die Frage von diesem Absatz zu kommen: Alles was möglich ist. Ein paar Dinge sind nach wenigen Tagen zum Standard geworden, ein paar Dinge werde ich nie wieder nutzen und viele Möglichkeiten werden in den kommenden Monaten dazu kommen. Wenn man die 150 Euro für Google Home ausgibt, dann sollte man sich meiner Meinung nach damit beschäftigen. Wer nur Musik streamen möchte, der kann bessere (dafür weniger smarte) Lautsprecher kaufen.

Google Home: Es fehlt ein kleiner Lautsprecher

Was mir im Test allerdings sofort aufgefallen ist: Es fehlt eine Art Echo Dot. Google Home macht sich gut als Basis im Büro. Doch verlasse ich den Raum, dann wird es schwierig. Wenn ich den Google Assistant im Wohnzimmer steuern möchte, dann benötige ich das Smartphone dafür. Oder eben einen weiteren Lautsprecher.

Doch ich möchte nicht für jeden Raum 150 Euro ausgeben. Eine Option für 40-50 Euro, die dann nur den Assistenten bietet, wäre perfekt. Amazon hat das erkannt und ich hoffe, dass Google das auch noch erkennen wird.

Google Home: Das Fazit

Das Fazit fällt bei mir eindeutig aus: Google Home ist ein super Gadget für alle, die die Entwicklung von smarten Lautsprechern verfolgen wollen. 150 Euro sind nicht billig, aber auf diesem Markt auch nicht überteuert. Genau genommen ist Home sogar das günstigste Gadget, welches aktuell in Deutschland verfügbar ist.

(Wenn wir die zahlreichen Amazon-Aktionen mal ignorieren und die UVP nehmen)

Der Funktionsumfang kann noch deutlich ausgebaut werden, doch das wird er in den nächsten Monaten. Wer seine Dienste und Hardware noch nicht bei Google Home findet, dem sei Warten empfohlen. Wer jedoch aber schon in Richtung „Smart Home“ unterwegs ist, für den kann eine Anschaffung von Google Home zum Steuern der Hardware sehr interessant sein.

Google Home Test2

Alleine als Lautsprecher für Musikstreaming würde ich mir Google Home nicht kaufen – obwohl der Sound wirklich nicht schlecht ist. Doch als Gadget zum Spielen und Steuern von Smart Home ist Google Home durchaus geeignet. Ich freue mich auf die Zukunft dieser Gadgets und glaube, dass Google Home ein guter Einstieg in diesen Markt ist. Einzige Alternative derzeit: Amazon mit der Echo-Reihe.

Einen „Gewinner“ gibt es allerdings nicht, denn beide bieten Vor- und Nachteile und am Ende müsst ihr schauen, welches Gadget besser zu euch passt. Für mich ist das Google Home und ich bevorzuge auch die Optik des Lautsprechers. Von mir gibt es eine Kaufempfehlung, wenn man Spaß an so einer Technik besitzt. Brauchen tut man sowas sicher noch nicht, aber darauf verzichten möchte ich auch nicht.

Es ist ein bisschen wie bei einer Smartwatch: Hat man sich einmal an die kleinen Vorteile gewöhnt und diese in den Alltag integriert, dann möchte man sie nicht mehr missen. Smarte Lautsprecher gehen in die gleiche Richtung.

Das Testgerät wurde uns für diesen Bericht von Google zur Verfügung gestellt. Alle Details zu Google Home gibt es auf der offiziellen Produktseite von Google.

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