Kommentar: Mir fehlt ein Audi A5 e-tron

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Audi hat mit dem A6 e-tron diese Woche ein neues Elektroauto vorgestellt, welches erstmals die PPE-Plattform von Audi und Porsche nutzt. Es ist noch ein Konzept, das wir dann aber 2022 als finale Version sehen werden. Es handelt sich um ein ca. 5 Meter langes Elektroauto, welches einen 100 kWh großen Akku besitzt.

Audi A6 Etron Konzept Heck

Schaut man sich im restlichen Portfolio von Audi um, dann findet man dort noch den teuren Elektro-Sportwagen e-tron GT, der die Basis vom Porsche Taycan nutzt. Also auch ein teures und langes Flaggschiff. Und dann gibt es noch SUVs wie den e-tron und Q4 e-tron und jeweils viele unterschiedliche Versionen davon.

Audi Q4 Etron Header

Sucht man nach einem elektrischen Audi A3, Audi A4 oder Audi A5, dann findet man vereinzelt noch Hybrid-Modelle, aber kein Elektroauto. Ich verstehe, dass man sich „von oben nach unten“ abarbeitet bei Preisen, aber während man mit dem Q4 bereits ein „attraktives“ SUV-Modell im Portfolio hat, gibt es keine Limousine.

Der neue Audi A6 e-tron ist genauso lang, wie ein Audi e-tron GT. Preislich wird er sicher auch nicht so weit davon entfernt sein. Da entsteht aktuell also eine kleine Lücke im Elektro-Portfolio, bei der ich mich frage, wann man sie schließen will.

Warum ein Audi A5 e-tron?

Statt einem langen Audi A6 e-tron hätte ich mir bei Audi eventuell auch sowas wie einen Audi A4 e-tron oder A5 e-tron mit 4,6 bis 4,7 Meter Länge vorstellen können. Beziehungsweise sowas wie eine Coupé-Version, die kürzer ist. Warum? Weil es bisher zig Modelle gibt, aber keinen Konkurrenten für das Tesla Model 3.

Tesla Model 3 Performance 2021

Das ist aber seit zwei Jahren das weltweit am meisten verkaufte Elektroauto und mit einem Preis von 40.000 bis 55.000 Euro und ca. 4,7 Meter Länge wildert es in genau diesem Gebiet. Es wundert mich so langsam doch etwas, dass Audi keine Alternative dafür zeigt, denn die Nachfrage scheint ja groß zu sein.

Tesla hat letztes Quartal einen beeindruckenden Rekord vorgelegt und in dieser Zeit nur ca. 2000 Einheiten vom Model S und X ausgeliefert und kein einziges davon produziert. Audi zeigt also schon das zweite Produkt, welches preislich das Model S angreift, hat aber keine Antwort auf das erfolgreiche Model 3 parat.

Ein Model 3 mit 580 km Reichweite, 250 kW Schnellladen, ca. 400 PS und einem eigenen Schnellladenetz bekommt man derzeit für ca. 50.000 Euro. Und dann wird noch der Umweltbonus abgezogen. Man zieht also einen Audi S5 Coupé an der Ampel ab (ist ja einigen wichtig) und hat die beste Reichweite in der Klasse.

Jaja, ich weiß, aber die Spaltmaße.

Tesla Model 3 2021 Blau Header

Ich verfolge viele YouTuber und Tech-Influencer, von denen viele ein Model 3 von Tesla fahren. Und das Argument mit der Umwelt hört man da oft nur nebenbei, es ist die Größe und Leistung, in Kombination mit der Technik und Software. Und für 55.000 Euro bekommt man dann mal eben über 500 PS beim Model 3.

Audi und Mercedes ohne Antwort

So eine Antwort fehlt aber nicht nur bei Audi, auch Mercedes-Benz geht mit dem EQS und EQE in diesem Jahr eher auf Highend-Kunden-Jagd. Aus dem EQC wurde ein Elektro-SUV, der auf einem Benziner basiert. Ein Paket, wie es das Model 3 bietet, wird bei Daimler vermutlich erst ab 2024 auf den Markt kommen.

Mercedes Benz Eqs Back Header

Ich weiß, dass man ein Portfolio anders aufbaut und die teuren Autos die darunter ermöglichen. War bei Tesla auch so. Doch hinter Audi steckt die Volkswagen AG mit zig Plattformen und da gibt es kein einziges Modell, was in diese Richtung geht. Dabei könnte ich mir einen Audi A5 e-tron (Coupé) gut vorstellen.

Nehmen wir mal die PPE-Plattform, die ja kürzere Modelle ermöglichen soll.

Ein Audi A5 e-tron Coupé mit einem ca. 80 kWh großen Akku mit ca. 600 km Reichweite und, ca. 400 PS würde sich sicher sehr gut verkaufen, wenn man ihn auf einem Level mit dem Benziner vermarktet. Der startet auch bei 40.000 Euro. Von mir aus packt man 10.000 Euro darauf und kassiert den Umweltbonus ein.

Audi A6 Etron Konzept

Der einzige deutsche Premium-Hersteller, der in diesem Jahr das Model 3 von Tesla angreifen wird, ist BMW mit dem i4. Wobei der mit 4,8 Meter auch etwas länger ausfällt. Allerdings testet BMW auch schon den elektrischen 3er. Und die Highend-Modelle hat BMW mit dem i5 und i7 auch nicht vergessen.

Bmw I4 Seite

Was ich damit sagen möchte

Was ich sagen möchte: Das Tesla Model 3 mag eine schlechte Verarbeitung haben (wobei das mit dem 2021er-Modell auch nicht mehr zutrifft) und es gibt vielleicht auch nicht so viele Luxus-Features, aber es bietet auch im Jahr 2021 ein Paket, was man selten findet – der Polestar 2 ist hier sicher der härteste Konkurrent.

Polestar 2 Seite

Der Rest konzentriert sich derzeit auf SUVs. Und wer kann es ihnen verübeln, sie sind weltweit im Trend und verkaufen sich. Wobei man eben auch immer schauen muss, dass es ausgeglichen bleibt und man nicht nur noch SUVs entwickelt.

Ich vermisse also so langsam eine Antwort auf das Tesla Model 3 von Audi und Mercedes-Benz. BMW wird noch etwas Zeit benötigen, ist aber vorbereitet. Dabei würden sich ein Audi A5 e-tron (oder von mir aus A4 e-tron) oder elektrischer CLA von Mercedes-Benz mit Sicherheit auch gut auf dem Weltmarkt verkaufen.

Audi A6 Etron Konzept Front

Und in der heutigen Zeit geht es nicht nur um die Gewinnmarge mit Hardware, mit einem größeren Marktanteil kann man auch mit der Software noch nach dem Verkauf etwas Geld verdienen. Ein iPhone 12 ist sicher auch lukrativer für Apple, als ein iPhone 12 Pro Max – auch wenn dessen Gewinnmarge etwas höher ist.

Das ist natürlich nur meine Sichtweise, aber mit Blick auf die Ankündigungen der letzten Wochen ist mir das eben aufgefallen. Mal schauen, was für 2021 und 2022 noch geplant ist, denn die Autohersteller zeigen derzeit vor allem eins: Man hat den Elektro-Trend erkannt und jetzt kommen Schlag auf Schlag neue Modelle.

Und Konkurrenz ist immer gut für den Kunden. Ich freue mich daher auf einen guten Wettkampf in den kommenden Jahren. Eins ist aber sicher (auch mit Blick auf China): Die deutschen Premium-Hersteller werden richtig herausgefordert.

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Mercedes-Benz präsentierte diese Woche den EQS und somit auch das erste Elektroauto, bei dem man endlich eine Elektro-Plattform nutzt. Die bisherigen EQ-Modelle basieren auf Benzinern und das bringt eben auch gewisse Nachteile mit. Ist Mercedes-Benz der „Tesla-Killer“? Der EQS soll…17. April 2021 JETZT LESEN →


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